Am Wochenende treffen sechs der letzten acht Teams in der Tabelle in direkten Duellen aufeinander. Nicht nur für den VfB Stuttgart geht es in Bremen am Samstag ab 15:30 Uhr um sehr viel.
Stuttgart - Huub Stevens hat sich entschlossen, die Sache vorerst ganz einfach zu sehen. „Ich schaue nur nach meiner Mannschaft, das ist das Allerwichtigste“, sagt der neue VfB-Trainer vor seinem Debüt. Allerdings dürfte auch dem Niederländer nicht entgangen sein, dass sich der Abstiegskampf in der Bundesliga an diesem Wochenende zuspitzt. Zwar bleiben auch danach noch neun Spiele, um den Ligaverbleib sicherzustellen – doch könnten entscheidende Weichen gestellt werden, wenn sechs der acht Teams am Tabellenende in direkten Duellen aufeinandertreffen.
Werder Bremen – VfB Stuttgart
Der VfB trifft heute bei Stevens’ Einstand auf einen Verein, bei dem nach turbulenten Monaten wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt ist. Viermal ist Werder Bremen zuletzt unbesiegt geblieben, die letzten beiden Abstiegsduelle gegen den Hamburger SV (1:0) und beim 1. FC Nürnberg (2:0) hat das Team des Trainers Robin Dutt gewonnen. Entspannt hat sich dadurch vorerst auch die Situation des früheren Kickers-Trainers, der zuvor zunehmend in die Kritik geraten war. Inzwischen liegt Werder acht Punkte vor dem VfB. Mit einem weiteren Sieg könnten die Hanseaten den vorentscheidenden Befreiungsschlag landen – und die Stuttgarter noch ein Stückchen näher Richtung Abgrund schubsen.
Allerdings war Dutt nicht gerade begeistert darüber, dass der VfB vor dem Aufeinandertreffen einen neuen Coach engagiert hat. „So etwas bringt immer neue Hoffnung“, sagt er, „Huub Stevens wird viel im psychologischen Bereich arbeiten, wird versuchen, die Köpfe frei zu kriegen und für neue Freude sorgen.“ Trotzdem hält es Dutt wie Stevens und will nicht nach dem Gegner schauen: Er habe „momentan mehr Lust darauf, dass wir uns auf unsere Dinge konzentrieren, die uns stark machen“.
Worin die liegen, das will Stevens auch in der Kürze der Zeit herausgefunden haben: Die Bremer spielen „Fußball mit wenig Risiko“, sagt der VfB-Trainer, „sie sind im Moment sehr stabil.“ Viel stabiler jedenfalls als die Stuttgarter, die nach nur einem Punkt aus neun Spielen sehnlichst auf ein Erfolgserlebnis warten. Die große Hoffnung trägt den Namen Huub Stevens.
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg
Wie beim VfB sitzt auch beim Hamburger SV bereits der dritte Trainer in dieser Saison auf der Bank. Wie erfolgreich der jüngste Wechsel war, diese Frage ist nach drei Spielen noch ungeklärt. Mit einem imposanten 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund hatte Mirko Slomka die Nachfolge von Bert van Marwijk angetreten. Anschließend aber folgten ein ernüchterndes 0:1 in Bremen und ein 1:1 gegen Eintracht Frankfurt.
Mit Boxtraining (!) hat Mirko Slomka nun in dieser Woche versucht, seine Mannschaft für das nächste Kellerduell zu stählen. Vehement droschen die Hamburger Spieler auf die Sandsäcke ein – zumindest jene, die gerade nicht verletzt sind. Zehn Spieler fehlten dem HSV gegen Frankfurt, noch immer sind sieben lädiert, darunter der Torjäger Pierre-Michel Lasogga. Als Ausrede mag Slomka das Verletzungspech nicht gelten lassen. Der Trainer sagt vor dem Duell gegen Nürnberg morgen (15.30 Uhr): „Es ist ein außerordentlich bedeutendes Spiel.“ So dramatisch mag Gertjan Verbeek die Situation nicht sehen – der Club-Coach verweist darauf, „dass in diesem Spiel noch keine Entscheidung fällt“.
Eintracht Frankfurt – SC Freiburg
Zumindest „sehr, sehr wichtig“, findet der Frankfurter Trainer Armin Veh das Aufeinandertreffen morgen (17.30 Uhr) gegen den Tabellenvorletzten SC Freiburg. Immerhin hat die Eintracht im Tabellenkeller inzwischen Übung: Nach den Spielen gegen Bremen (0:0), den VfB (2:1) und Hamburg (1:1) ist die Partie gegen Freiburg bereits das vierte Abstiegsduell hintereinander.
Für Freiburg ist das Spiel in Frankfurt der Auftakt von sechs Duellen gegen Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte. „Wir sind im Abstiegskampf, das wussten wir auch schon im Juli letzten Jahres“, sagt der SC-Trainer Christian Streich und fordert, „auch mal ein Tor zu schießen oder auch zwei“. Durchaus überraschend ist die Forderung seines Frankfurter Kollegen Veh: „Wir dürfen jetzt nicht einschlafen.“