Der Coronavirus und die Folgen in Stuttgart Das müssen Eltern von Schul- und Kitakindern wissen

Kinder, die in einem Risikogebiet im Urlaub waren, in denen es vermehrt zu Übertragungen des Coronavirus gekommen ist, sollten am Montag nicht in die Kita oder in die Schule gehen. Einer Stuttgarterin, die Kontakt zum Infizierten aus dem Kreis Göppingen hatte, geht es gut.

Dieses Schaufenster der Internationalen Apotheke macht auf  das Grippevirus aufmerksam, doch jeder zweite Kunde frage wegen des Coronavirus nach Masken. Foto: Andreas Rosar
Dieses Schaufenster der Internationalen Apotheke macht auf das Grippevirus aufmerksam, doch jeder zweite Kunde frage wegen des Coronavirus nach Masken. Foto: Andreas Rosar

Stuttgart - Zum Ende der Faschingsferien kehren viele Familien aus dem Skiurlaub zurück. Doch was ist, wenn man sich in einem Risikogebiet in Italien aufgehalten hat? Kann man sein Kind in Kita oder Schule schicken? Hierzu geben Sozialministerium, Kultusministerium und die Stadt Stuttgart einheitliche Informationen: Wenn die Rückkehr aus einem Risikogebiet oder der Kontakt mit einem bestätigten Fall weniger als 14 Tage beträgt, sollten Kitas und Schulen nicht besucht werden. Das Gleiche gelte für den Fall, dass man nicht weiß, wie lange ein Kontakt mit einem Infizierten zurückliegt. In solchen Fällen sollten Betroffene das Gesundheitsamt telefonisch kontaktieren zur Klärung des weiteren Vorgehens, so die Stadt. Seien aber seit der Rückkehr mehr als 14 Tage vergangen und das Kind sei gesund, könne es Kita oder Schule besuchen.

Folgende Regionen gelten dabei dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge in Europa als Risikogebiet: in Italien die Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Außerhalb Europas nennt das RKI in China die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang. Im Iran ist die Provinz Ghom Risikogebiet, in Südkorea die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang).

Die Liste kann sich täglich ändern. Der Leiter des Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt, rät deshalb dazu, sich auf der Seite des Robert-Koch-Instituts www.rki.de auf dem Laufenden zu halten. Das gelte gerade für Urlauber aus Norditalien, die sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Nach derzeitigem Stand könnten diese, so sie symptomfrei sind, zur Arbeit gehen. Man sollte möglichst noch am Montagmorgen im Internet überprüfen, ob der eigene Urlaubsort Risikogebiet geworden ist. Viele Anfragen ans Gesundheitsamt kämen aktuell von Menschen, die sich in Mailand aufgehalten hätten. Derzeit gilt Mailand nicht als Risikogebiet, es kamen aber Fälle des Coronavirus vor. Sollte man auch nur einen Hauch eines Symptomes aufweisen – „sofort daheim bleiben und Sozialkontakte meiden“ und zum Arzt gehen – diesen sollte man aber vorher über den Verdacht informieren.

Über Risikogebiete auf dem Laufenden halten

Sollte jemand aus einem Risikogebiet zurückkehren und akute Symptome aufweisen, gilt laut Ehehalt: „die Husten- und Niesetikette sowie eine gute Händehygiene beachten“, Sozialkontakte meiden. Nach telefonischer Voranmeldung mit Hinweis auf die Reise sollte man einen Arzt aufsuchen und auch das Gesundheitsamt kontaktieren. Sollte man nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet aber keine Symptome aufweisen, bleibe man nach Möglichkeit zu Hause. Bevölkerungsmedizinisch betrachtet könne er in dem Fall keinen Abstrich empfehlen, sondern nur, wenn Symptome vorliegen. Das Gesundheitsamt hat wegen des hohen Informationsbedürfnisses die Kapazitäten im Telefondienst deutlich hochgefahren auf sechs Mitarbeiter.

Kultusministerium hat alle Schulen und Kitas informiert

Das Kultusministerium hat am Donnerstag alle knapp 5000 öffentlichen und privaten Schulen und alle rund 8900 Kitas im Land über den Umgang mit dem Coronavirus informiert. Wichtig sei, Fälle frühzeitig zu erkennen, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten, heißt es in dem Schreiben. Aber: „Derzeit besteht nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden kein Anlass, den Schul- oder Kitabetrieb einzuschränken.“ Im Verdachtsfall müssen Schul- oder Kitaleiter sofort Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen. Das Amt entscheidet über weitere Maßnahmen, etwa Ausschlüsse der Kinder von Unterricht oder Kita, zeitweise Beschäftigungsverbote oder eine temporäre Schließung der Einrichtung. Auch über die Durchführung von Klassenfahrten ins Ausland oder Schüleraustausche müsse die Schulleitung im Benehmen mit dem Gesundheitsamt entscheiden. Das Kultusministerium empfiehlt, „im Zweifel von derartigen Aktivitäten bis auf Weiteres abzusehen“. Laut Schulbürgermeisterin Isabel Fezer sei es nicht nötig und derzeit nicht geplant, die Reinigungsintensivität in den Einrichtungen zu erhöhen. „Händewaschen und Niesetikette sind wichtig, da gelten fürs Personal dieselben Regeln wie für die Kinder“, mahnt auch Fezer die Befolgung der Hygieneregeln an.

Stuttgarterin hatte Kontakt zu Infiziertem – ihr geht es bisher gut

Am Donnerstag gab es keinen bestätigten Fall des Coronavirus in Stuttgart. Die Meldung, dass der infizierte 25-jährige Patient aus dem Landkreis Göppingen auch Kontakt zu einer Person aus Stuttgart hatte, bestätigt das Gesundheitsamt. Es handele sich um eine Frau, die isoliert zu Hause sei. „Sie hat keine Symptome“, sagt Ehehalt. Zweimal am Tag messe sie Fieber, das Gesundheitsamt sei täglich mit ihr in Kontakt. Es handle sich um eine sehr zuverlässige Person. „Unser Handeln hat das Ziel, Infektionsketten zu unterbrechen“, sagt Ehehalt generell zum Thema.




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