Ex-Betriebsratschef von Porsche Raus aus der Politik – Das hat Uwe Hück als nächstes vor
Nach drei Jahren und vielen Wirrungen strebt der streitbare Ex-Porsche-Mann kein neues Amt an. Er müsse sich sonst zu sehr verbiegen.
Nach drei Jahren und vielen Wirrungen strebt der streitbare Ex-Porsche-Mann kein neues Amt an. Er müsse sich sonst zu sehr verbiegen.
Ganz ohne Paukenschlag und damit gar nicht, wie es seine Art ist, verabschiedet sich Uwe Hück, der frühere streitbare Porsche-Betriebsratsvorsitzende, aus der Politik. Er werde bei der nächsten Bundesversammlung der von ihm mitgegründeten Partei „Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel“ kein Amt mehr übernehmen, sagte Hück unserer Zeitung. Er werde nach jetzigem Stand 2024 auch nicht mehr für den Gemeinderat in Pforzheim kandidieren, wo er 2019 noch als Stimmenkönig eingezogen war. Und ein Landtags- oder Bundestagsmandat interessiere ihn ohnehin nicht mehr.
Dabei war die Sehnsucht danach, politisch etwas zu bewegen, nach Hücks eigenem Bekunden immer der Hauptgrund gewesen, warum er im Februar 2019 Knall auf Fall seine mächtige Position als Betriebsratschef bei Porsche aufgegeben und das Unternehmen verlassen hatte. „Ich mache mir Sorgen um Deutschland. Wir haben keine authentischen Politiker mehr“, sagte er damals.
Doch nun ist es gerade die Furcht, selbst nicht mehr authentisch zu bleiben, die seinen Rückzug begründet. Politik werde, je höher man komme, unehrlicher. Die Parteien würden zu stark auf ihre Linie achten und nicht auf das, was richtig sei, selbst wenn eine andere Partei es vorschlage. Und das ständige Debattieren verursache ihm Pickel, gibt er zu: „Ich hätte mich ständig anpassen müssen, und das kann ich nicht. Ich bin als Politiker nicht geeignet“, so Hück ganz offen.
Tatsächlich bestätigen die letzten drei Jahre diese Aussage mehr als genug. Er hatte zunächst mit einer „Liste Hück“ in Pforzheim antreten wollen, obwohl er SPD-Mitglied war. Schon da stieß er die Genossen vor den Kopf. Der Landesvorsitzende Andreas Stoch fing Hück nochmals ein, dieser zog für die SPD in den Gemeinderat.
Doch Hück wollte eine offene und eine sich erneuernde Partei und warb viele junge Mitglieder aus seinem Umfeld an. Zudem versuchte er, der Bundestagsabgeordneten Katja Mast das Mandat abzujagen. Beides misslang, so dass Hück Ende 2020 aus der SPD austrat – nach mehr als 40 Jahren.
Dann gründete er seine eigene Partei, die Bürgerbewegung, die bei der Bundestagswahl aber nur 0,1 Prozent der Stimmen erhielt. Viele Mitstreiter sind seither wieder ausgetreten, etwa das Vorstandsmitglied Christoph Mährlein. Es gebe dort zu wenige, die Verantwortung übernähmen, und zu viele, die in der Nähe der Querdenker-Szene stünden, sagt Mährlein. Uwe Hück will dagegen in der Bürgerbewegung bleiben: „Andere Ansichten muss man auch mal aushalten“, so laute sein Credo.
Er selbst will sich jetzt auf seine Lernstiftung für sozial schwache Jugendliche und auf sein Sportzentrum konzentrieren, das derzeit in einem ehemaligen Möbelhaus in Birkenfeld (Enzkreis) entsteht: „Mit 60 Jahren packe ich nochmals neu an.“