Der Juli im Jazzclub Bix: Die Hausband und die regionale Szene Vorsichtig Rantasten an den Gesang

Von Armin Friedl 

Klassisches von Duke Ellington und McCoy Tyner von den Pianisten Tilo Wagner und Olaf Polziehn, Wolfgang Schmid mit seinem Trio Kick

Wolfgang Schmid singt nicht, aber er spielt sehr gut Bass: Am 11. Juli im Bix Foto: Veranstalter/Bix
Wolfgang Schmid singt nicht, aber er spielt sehr gut Bass: Am 11. Juli im Bix Foto: Veranstalter/Bix

StuttgartKünstler, - die singen oder Blasinstrumente spielen, stehen nach wie vor ganz oben auf dem Corona-Index. Sie müssen ja besonders intensiv ein- und ausatmen, sind damit Gefährdete und Gefährder zugleich in hohem Maß. Im Jazzclub Bix wird deshalb immer wieder probiert, was möglich ist mit Gesang und Gebläse. Denn die Corona-Verordnungen sind ja nicht in Stein gemeißelt. „Wir schauen genau, was bakteriologisch geschieht, wenn jemand bei uns im Club singt oder Trompete bläst“, so Geschäftsführer Mini Schulz, „und daran orientiert sich die Bestuhlung“. Dann ist halt nur für knapp 50 Besucher Platz. Finanziell rechnet sich das nicht. Aber es ist ein Lebenszeichen des Clubs, ein Lebenszeichen für das Publikum und für die Musiker.

Weniger expressiv im Ein- und Ausatmen sind die Pianisten Thilo Wagner und Olaf Polziehn sowie der Bassist Wolfgang Schmid. Die ersten beiden hat die Bix-Hausband verpflichtet: Wagner mit einem Ellington-Programm am 10. Juli und Polziehn am 24. Juli mit einer McCoy-Tyner-Hommage. Und der Fusion-Bassist Schmid bringt am 11. Juli seine eigene derzeitige Kick-Trio-Formation mit.

Die Dix-Band tritt mit Saxofon auf, ebenso stehen zwei Gesangstermine auf dem Juli-Programm: Am 18. Juli kommt das Quartett Brthr, das seine aktuelle Scheibe größtenteils in Stuttgart aufgenommen hat. Und am 17. Juli singt Fola Dada mit den Soul Diamonds. Dieser Auftritt ist aber schon ausverkauft.

Diese Musiker aus der hiesigen Szene freuen sich natürlich sehr darauf, wieder mal vor Publikum zu spielen. Was aber fehlt, ist der musikalische Austausch über die Grenzen hinweg. Eine Tournee durch mehrere Länder ist schwierig, zu verschieden sind die Regeln vor Ort. Hierzulande ist das auch nicht so viel anders, deshalb wird bei der Programmgestaltung auch noch sehr auf Sicht gefahren. Gedruckte Monatsprogramme gibt es deshalb nicht, informiert wird per Internet.

Mehr Auftrittsmöglichkeiten schaffen

Die Reaktion ist da nachvollziehbar: „Finanziell wäre es besser, wenn wir noch einige Monate zu machen würden.“ Denn spätestens im Oktober sei der Jahresetat vom Bix aufgebraucht. Und dann ist auch kein Geld mehr da für die Miete an die Stadt. Ein Vorschlag von Schulz: „Soforthilfe ist gut und wichtig für jeden einzelnen Künstler. Aber noch besser wäre es, man gibt ihnen Auftrittsmöglichkeiten als Ergänzung zu den Fördermitteln.“

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