Der neue Haltepunkt im Elsental Zeitenwende mit neuer Haltestelle

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Der Bürgerverein hat den Busstopp vor der Jugendfarm im Elsental feierlich eröffnet. Zudem hat das Ordnungsamt im Bereich der Haltestelle Tempo 30 angeordnet. Die neu gebaute Verkehrsinsel verlangsamt den Verkehr zusätzlich.

Der Busstopp im Elsental ist ein Grund zum Feiern. Foto: Alexandra Kratz
Der Busstopp im Elsental ist ein Grund zum Feiern. Foto: Alexandra Kratz

Dachswald - Sigrid Beckmann, die Vorsitzende des Bürgervereins Dachswald, hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Und so kam zur feierlichen Eröffnung der Bushaltestelle Elsental am gestrigen Freitag viel Lokalprominenz. Doch letztlich zeigte dies auch, wie wichtig diese Neuerung für die Menschen in Kaltental und im Dachswald ist.

„Die Straße ist in einem schwierigen Zustand und der Gehweg ist schmal. Wir wollen aber, dass die Kinder sicher zur Jugendfarm gelangen“, nannte Beckmann einen Grund für die Bushaltestelle. Zudem hat das Ordnungsamt im Bereich der Haltestelle Tempo 30 angeordnet. Die neu gebaute Verkehrsinsel verlangsamt den Verkehr zusätzlich. Beides ist in Beckmanns Sinne. Sie hofft, dass das Elsental für Autofahrer damit etwas unattraktiver wird und es künftig weniger Schleichverkehr im Dachswald gibt.

Roswitha Blind, die Fraktionsvorsitzende der SPD im Stuttgarter Gemeinderat, sprach von einem „großen Ereignis“. Es sei selten, dass zu einer bestehenden Buslinie eine neue Haltestelle eingerichtet werde. „Wir freuen uns sehr darüber“, sagte Blind. Denn Kindern sollte es möglich sein, allein sicher an ihr Ziel zu kommen. Nur so könne die immer weiter steigende Anzahl an Elterntaxis reduziert werden. Dass das Ordnungsamt in einem Abschnitt des Elsentals Tempo 30 angeordnet habe, bezeichnete Blind als „Zeitenwende“.

Bei Sigrid Beckmann bedankt

Ähnlich sah es Rupert Kellermann. „Das Ordnungsamt ist bislang kein Freund von Tempo 30“, sagte der ehrenamtliche Bezirksvorsteher des Stuttgarter Südens, zu dem auch Kaltental gehört. Er freue sich, dass auch in der Autostadt Stuttgart so langsam ein Umdenken einsetze.

Die Grünen-Stadträtin Anna Deparnay-Grunenberg freute sich gleich in zweierlei Hinsicht über die neue Haltestelle. Zum einen engagiere sie sich schon seit Jahren auf der Jugendfarm Elsental. Zum anderen sei die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs einer ihrer Schwerpunkte im Gemeinderat. „Heute konnte für jede dieser Welten etwas erreicht werden“, sagte Deparnay-Grunenberg.

Sabine Böhm, hauptamtliche Mitarbeiterin auf der Jugendfarm Elsental, bedankte sich bei Sigrid Beckmann, die „mit viel Energie das Projekt vorangetrieben habe“. Mit der neuen Bushaltestelle sei die Farm nun viel besser an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden, sagte Böhm. So könnten künftig vielleicht mehr Familien ins Elsental gelockt werden, beispielsweise zu dem demnächst anstehenden Sommerfest. Zudem würde sich mit dem Busstopp auch die Attraktivität des Waldgebiets für Wanderer erhöhen.

Hausaufgabe für den Bezirksbeirat

Sigrid Beckmann sah noch einen weiteren Vorteil. Denn von dem Busstopp führt ein kleiner Pfad durch den Wald in Richtung Triebschlag. Damit habe sich der Weg zur nächsten Haltestelle für die Menschen aus dem Wohngebiet deutlich verkürzt, sagte die Bürgervereinsvorsitzende. Allerdings müsse der Pfad dringend neu befestigt werden, denn derzeit sei er bei feuchtem Wetter sehr schlammig. Dies gab Beckmann Bezirksvorsteher Kellermann als „Hausaufgabe“ mit auf den Weg. Bürger aus Kaltental machten jedoch gleich deutlich, dass sie auf keinen Fall einen asphaltierten Pfad haben wollen.

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