Der Philharmonische Chor Esslingen Mendelssohns „Elias“ fest im Blick

Nicht nur im Konzert, auch unter freiem Himmel sorgt der von Sabine Layer geleitete Philharmonische Chor Esslingen für den guten Ton. Foto: /Rainer Kellmayer

Der Philharmonische Chor Esslingen widmet sich Ausschnitten aus Opern und Musicals ebenso wie szenischen Präsentationen. Im nächsten Jahr führt der Chor Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“ auf.

Der Philharmonische Chor Esslingen scheut keine Stilrichtung. Er widmet sich Ausschnitten aus Opern und Musicals ebenso wie szenischen Aufführungen. „Neben unseren Aufführungen großer Oratorien stehen Konzerte mit Höhepunkten aus Opern und Musicals. Zudem bereichern szenische Präsentationen unser Repertoire, und gelegentlich wagen wir uns auch an Jazziges“, sagt Sabine Layer, die den Chor seit dem Jahr 2000 musikalisch leitet.

 

Gegründet wurde der Philharmonische Chor im Jahr 1956 vom Esslinger Musikpädagogen und Dirigenten Helmut Gramlich, der das Ensemble durch konsequente vokale Arbeit in die erste Reihe der Esslinger Chöre führte. Mit bedeutenden Aufführungen wie Georg Friedrich Händels „Messias“, der „Grand Messe des Morts“ von Hector Berlioz oder „Das Buch mit sieben Siegeln“ des Spätromantikers Franz Schmidt drückte er seinem Chor den musikalischen Stempel auf.

Neue Dirigentin setzt neue Akzente

Nach Gramlichs Tod im Jahr 2000 übernahm Sabine Layer den Dirigentenstab. Sie führte die große Tradition des Philharmonischen Chors fort, setzte jedoch auch neue Akzente, indem sie das Repertoire um weniger bekannte Werke erweiterte. Layer, die den Chor zu Gramlichs Zeit schon einige Zeit als Korrepetitorin begleitet hatte, blickt zurück: „Höhepunkte unter meiner Leitung waren das ‚Requiem‘ von Maurice Duruflé, Benjamin Brittens ‚Festival Te Deum‘ oder ‚Carmina Burana‘ von Carl Orff“. Zum 50-jährigen Vereinsjubiläum wagte man sich 2015 an eine Mammut-Aufgabe: die Aufführung der neunten Sinfonie von Ludwig van Beethoven im Esslinger Neckar Forum.

„Das Einzugsgebiet unseres Chors reicht weit über Stuttgart hinaus“, sagt Achim Scheuffelen, der den Verein als erster Vorsitzender seit 2007 führt. „Obwohl die Altersstruktur von 20 bis 80 Jahre breit gestreut ist, harmonieren Jung und Alt bestens. Wir sind eine sehr agile Truppe“, betont der Vereinschef.

Darunter sind viele Göppinger

Viele der rund 100 Sängerinnen und Sänger kommen aus Göppingen. Dort hat Sabine Layer bis zum Jahr 2019 die Staufer-Festspiele musikalisch geleitet, und sie hat auch den Festspielchor dirigiert. „Es freut mich sehr, dass mir die Göppinger die Treue halten“, sagt die Chorleiterin.

Dem Philharmonischen Chor gibt die agile Musikerin immer wieder frische Impulse. So bleibt er für die Choristen attraktiv und zieht neue Interessenten an. „Ich fordere viel, aber der Spaß muss stets erhalten bleiben“, so Layer. „Alle sind mit Begeisterung dabei. Die Proben motivieren und geben neue Kraft für den Alltag.“

Lange Tradition haben bereits die jährlichen Probenwochenenden in Untermarchtal. Dort bereitet man die großen Aufführungen vor, und die Sängerinnen und Sänger werden von Stimmbildnern der Gaechinger Cantorey, dem Chor der Internationalen Bachakademie Stuttgart, fit gemacht.„Wir sind im Kulturleben der Stadt eine feste Größe. Auch bei der Esslinger Stadtinszenierung ‚Stadt im Fluss‘ waren wir 2007 mit von der Partie“, sagt Achim Scheuffelen. Die großen Aufführungen seien für den Verein allerdings stets ein finanzieller Balanceakt, merkt der Vorsitzende an. Neben Raummieten und den Aufwendungen für das Orchester müssten auch die Gagen der Solisten eingespielt werden.

Gute Kontakte zur Stuttgarter Musikhochschule

Da ist es von Vorteil, dass Sabine Layer seit vielen Jahren Lehrbeauftragte für Solokorrepetition in den Gesangsklassen an der Stuttgarter Musikhochschule ist. Damit sitzt sie in puncto Sängernachwuchs an der Quelle. „Für unsere Konzerte konnte ich schon einige aufstrebende Solisten gewinnen, die für vokale Höhepunkte gesorgt haben“, freut sich Sabine Layer.

Auch für die Aufführung des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im nächsten Jahr laufen bereits die Vorbereitungen. „Aus finanziellen Gründen können wir nur eine Probe mit Orchester und Solisten machen“, bedauert Layer. „Aber wir kennen uns von früheren Konzerten. Das wird schon gut gehen.“

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