Der Regionalpräsident bleibt Bopps Wahl hinterlässt faden Beigeschmack

Thomas Bopp (links) wird von CDU-Fraktionskollege Helmut Noe auf sein altes und neues Amt als Regionalpräsident vereidigt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Wiederwahl von Thomas Bopp als Regionalpräsident hat einen faden Beigeschmack, angesichts der deutlichen Schlappe bei der Regionalwahl im Mai. Den Eindruck muss Bopp nun durch Engagement wegwischen, meint Alexander Ikrat im Kommentar.

Lokales: Alexander Ikrat (aik)

Stuttgart - Thomas Bopp ist jetzt schon länger Regionalpräsident als alle fünf Vorgänger in der 25-jährigen Geschichte des Verbands Region Stuttgart zusammen. Dank eines klaren Votums der neuen Regionalversammlung darf der 66-Jährige fünf Jahre weitermachen. Das klingt nach einem Selbstläufer – ist es aber nicht.

 

Bopp startet in seine vierte Amtszeit mit der Bürde, dass seine CDU bei der Regionalwahl im vergangenen Mai nur das zweitbeste Ergebnis hinter den Grünen eingefahren hat. Den Gepflogenheiten im Gremium zumindest den vergangenen 15 Jahren nach hätte der Vorsitzende nun André Reichel heißen müssen. Offensichtlich trauten aber viele – nicht nur des bürgerlichen Lagers alter Prägung – im Gremium Reichel nicht zu, dass er die Interessen der Region nach außen gut vertreten werde. Sie wünschten sich einen Gegenpol etwa zum grünen Landesverkehrsminister Winfried Hermann.

Die Grünen müssen eine größere Rolle spielen

Der Christdemokrat Bopp hat sich erst vier Tage vor der Wahl dazu entschieden, doch noch mal bei der Wahl anzutreten. Eigenem Bekunden nach, weil ihn so viele Regionalräte und andere dazu aufgefordert hätten. Nun muss er sich auch dafür einsetzen, dass die regionalen Belange in den Gremien weiterhin konstruktiv bearbeitet werden. Viele Beschlüsse der Vergangenheit fassten große Mehrheiten. Dazu gehören nach dem Wählervotum mehr denn je auch die Grünen, deren Kandidat in einer guten Rede die richtigen Punkte genannt hat.

 Um es klar zu sagen: Bopp war bisher ein Glücksfall für die Region Stuttgart. Das Vakuum, das Regionaldirektor Bernd Steinacher nach seinem Suizid im Jahr 2008 hinterließ, füllte Bopp auch im Ehrenamt zunehmend aus und gab der Position des Regionalpräsidenten damit mehr Bedeutung als zuvor. Will der 66-Jährige so erfolgreich bleiben, ist es seine Verpflichtung, mögliche Gräben, die sich durch seine Kampfkandidatur aufgetan haben, wieder zuschütten.

alexander.ikrat@stzn.de

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