Der Ruhrtal-Radweg Radeln durch den Pott – Industrie-Romantik trifft auf Natur

Von Catherine Braumeister 

Na, schon beim Lesen der Überschrift das erste Vorurteil gehegt? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen! Warum das jedoch ein Fehler ist, zeigen wir Ihnen heute. Denn eine Fahrradtour durchs Ruhrgebiet ist ganz und gar nicht wie man denkt.

Der Ruhrtal-Radweg ist bekannt für seine schöne Natur. Ellenlange, romantische Alleen sorgen für eindrucksvolle Momente auf dieser einzigartigen Strecke entlang der Ruhr.  Foto: Pixabay 4 Bilder
Der Ruhrtal-Radweg ist bekannt für seine schöne Natur. Ellenlange, romantische Alleen sorgen für eindrucksvolle Momente auf dieser einzigartigen Strecke entlang der Ruhr. Foto: Pixabay

Einzigartige Bilderbuchkulisse

Anders als gedacht, führt der Ruhrtal-Radweg nur bedingt durchs Industriegebiet. Stattdessen säumen vor allem grüne Wiesen, herrliche Alleen und wilde Laubwälder NRWs längsten Fahrradweg, der von Wintertal nach Duisburg führt. Die Ruhr schlängelt sich während der gesamten Radtour gemütlich daneben durchs Land. Ab und zu führt die idyllische Strecke auch auf befahrene Straßen. Die Natur bleibt aber ganz klar der dominierende Faktor auf dieser einzigartigen Fahrradtour durch den Pott.

Radeln auf der Autobahn

Eine Besonderheit des mit vier Sternen ausgezeichneten Ruhrtal-Radwegs ist die A 40. Kaum zu glauben, aber für einen Kilometer verläuft der beliebteste Fahrradweg NRWs doch tatsächlich auf der Autobahn. Ein guter Meter sowie ein kleiner, hüfthoher Betonwall trennt die vorbeipreschenden Autos von den gemächlichen Fahrradfahrern. Klingt verrückt? Ist es auch! Risikoscheue Menschen und Naturliebhaber können aber getrost aufatmen. Denn dieses Spektakel dauert nur wenige Minuten bevor es wieder ins Grüne geht.

Die besten Sehenswürdigkeiten

Neben einer geballten Ladung Natur gibt es auf dieser Radtour noch eine ganze Menge anderer Dinge zu sehen. Die Liste an Must-Sees ist lang. Hier ein paar der Highlights.

Stausee Olsberg: Kurz hinter Winterberg, dem Startpunkt unserer Fahrradtour durchs Ruhrgebiet, liegt Olsberg. In diesem beschaulichen Ort staut sich die Ruhr zu einem wunderschönen See. Der spiegelglatte Stausee ist umringt von zauberhafter Natur und ist ein ideales Plätzchen, um eine kleine Pause einzulegen und die Stulle auszupacken.

Die alte Schlossruine in Arnsberg: Weiter geht es nach Arnsberg. Die kleine Stadt an der Ruhr ist definitiv einen Besuch wert. Die historische Altstadt punktet mit einer gewaltigen Portion Charme und die alte Schlossruine, die oben auf einem kleinen Gipfel thront, bietet einen Ausblick vom feinsten.

Schloss Herdringen: Wer statt der Ruine lieber ein prächtiges Schloss im unversehrten Zustand sehen möchte, wird in Arnsberg nicht enttäuscht. Denn neben der alten Schlossruine weit über den Dächern der Stadt, gibt es noch das imposante Anwesen des Freiherrn von Fürstenberg: Jagdschloss Herdringen.

Ruhr-Viadukt: In Herdecke wartet ein besonders spannendes Bauwerk auf die Radler des Ruhrtal-Radwegs – ein 30 Meter hohes Viadukt aus dem Jahr 1879 erstreckt sich hier über der Ruhr. Die alte Eisenbahnbrücke wurde von der Rheinischen Eisenbahn erbaut und ist definitiv eins der Highlights auf dieser Radtour.

Zeche Nachtigall: Die Zeche Nachtigall ist ein altes Steinkohlebergwerk in Witten, das mittlerweile als Industriemuseum dient. Das besondere? Man kann hier einen echten Stollen besichtigen. Ruhrgebiet-Romantik vom feinsten!

Der Ultra Marathon

Einmal pro Jahr müssen sich Radler auf dem Ruhrtal-Radweg auf Konkurrenz gefasst machen. Denn neben Fahrrad-Fans haben auch Läufer die schöne Route im Pott für sich entdeckt. Sie verbringen hier jeden Sommer ein wahres Wunder und bezwingen den 230 Kilometer langen Weg in nur 38 Stunden. Der verrückte Ultra Marathon trägt den amüsanten Namen „Tortour de Ruhr“ und zählt mittlerweile 300 Teilnehmer. Mitlaufen darf allerdings nicht jeder – die Teilnahme ist nur mit persönlicher Einladung möglich.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Nach dem Start der Radtour in Winterberg geht es zunächst steil bergab. Danach folgen anstrengende Aufstiege. Der Gesamthöhenunterschied der Strecke beträgt 700 Meter. Diese verteilen sich weitestgehend auf den ersten Abschnitt der Fahrradtour. Ab Arnsberg geht es dann deutlich entspannter zu. Hier ist es vorwiegend flach. Wer sich die vielen Aufstiege nicht zutraut, kann anstatt Winterberg Arnsberg als Startpunkt wählen.

Und - Lust auf Fahrrad-Romantik im Ruhrpott bekommen? Dann nichts wie hin zum Ruhrtal-Radweg!

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