Der Sternenhimmel im Juni Wann Sie die partielle Sonnenfinsternis beobachten können

Dieser Anblick steht bald wieder bevor: Ein partielle Sonnenfinsternis, hier vom 20. März 2015 auf dem Gutenbergplatz in Mainz. Foto: pa/Fredrik von Erichsen

Zwar werden in Stuttgart nur wenige Prozent der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt, doch ein Blick in den Himmel kann sich durchaus lohnen: Der Juni bietet eine partielle Sonnenfinsternis. Auch sonst tut sich am nächtlichen Sternenhimmel einiges.

Stuttgart - Das herausragende Himmelsereignis ist in diesem Juni das kosmische Schattenspiel einer ringförmigen Sonnenfinsternis, die in ihren partiellen Phasen von ganz Deutschland aus beobachtet werden kann. Am 10. Juni tritt um 12:53 Uhr die Neumondphase ein. Nur 18 Stunden vorher kreuzt der Mond die Erdbahnebene von Süd nach Nord, weshalb sein Schatten auf die Erde fällt. Da der Mond am 8. Juni mit einer Distanz von 406 230 Kilometer seinen erdfernsten Bahnpunkt passiert, erreicht seine Kernschattenspitze die Erdoberfläche nicht. Der dunkle Neumond erscheint daher etwas kleiner als die Sonnenscheibe – und es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Um die schwarze Neumondscheibe erscheint ein heller Ring. Der Neumond bedeckt die Sonne nicht vollständig, sondern nur zu 89 Prozent.

 

Die Zone der ringförmigen Verfinsterung zieht sich über 7775 Kilometer über die Erdoberfläche. Sie beginnt im Nordosten Kanadas, zieht über das nördliche Polarmeer, streift die Nordwestecke Grönlands, geht über den Nordpol der Erde und endet im Nordosten Sibiriens. In Deutschland werden nur wenige Prozent der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt, wobei der Bedeckungsgrad von Nord nach Süd abnimmt. In Kiel werden knapp 19 Prozent der Sonne bedeckt, in München gut sechs Prozent. Man gewinnt den Eindruck, als hätte eine Maus ein Stück von der Sonne abgebissen.

In Stuttgart werden neun Prozent der Sonnenfläche verfinstert

In Stuttgart beginnt die Finsternis um 11:30 Uhr. Zum Höhepunkt um 12:25 Uhr werden in Stuttgart neun Prozent der Sonnenfläche verfinstert. Um 13:22 Uhr endet die partielle Phase. Vor unvorsichtigen Sonnenbeobachtungen sei aber gewarnt. Man sollte niemals direkt in die Sonne sehen, schon gar nicht mit einem Fernglas oder Teleskop ohne spezielle Sonnenfilter. Auch Sonnenbrillen, berußte Gläser, Solarienbrillen, Verpackungsfolien und ähnliches bieten keinen ausreichenden Schutz. Um gefahrlos die Sonne zu beobachten, benötigt man sogenannte Sonnenfinsternisbrillen oder Schweißerbrillen.

Letztmals konnte man am 20. März 2015 von Deutschland aus eine partielle Verfinsterung der Sonne verfolgen. Das nächste, hierzulande sichtbare Schattenspiel findet am 25. Oktober 2022 statt, wobei dann in der Mitte Deutschlands 23 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt werden.

Der astronomische Sommer beginnt am 21. Juni

Am 21. Juni erreicht die Sonne um 5:32 Uhr im Sternbild Stier den Gipfel ihrer Jahresbahn: Der astronomische Sommer beginnt. Am Nachmittag tritt sie in das Sternbild Zwillinge. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man auch vom Wendekreis des Krebses spricht. Zur Sommersonnenwende erlebt man den längsten Tag des Jahres. Vollmond wird am 24. Juni um 20:40 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Die Nacht vom 24. auf den 25. Juni ist die kürzeste Vollmondnacht des Jahres mit der geringsten Kulminationshöhe des Mondes kurz nach Mitternacht.

Sehen Sie hier: Bilder einer ringförmigen Sonnenfinsternis

Der flinke Merkur hat unterdessen seine Abendsichtbarkeit beendet und bleibt im Juni unsichtbar. Venus baut ihre Rolle als Abendstern nur langsam aus. Noch ist sie nicht besonders auffällig. In der Abenddämmerung sieht man sie tief am Nordwesthimmel. Sie geht bereits unter, bevor es richtig dunkel ist. Im Herbst wird unser innerer Nachbarplanet zu einem auffälligen Gestirn am Abendhimmel.

Der Riesenplanet Jupiter steigert seine Helligkeit

Mars zieht sich vom Abendhimmel zurück. Der rötlich-gelbe Planet verkürzt seine Abendsichtbarkeit drastisch. Die nun spät einsetzende Dunkelheit lässt Mars zur Monatsmitte nur noch eine gute Stunde Sichtbarkeitszeit, bevor er im Horizontdunst über dem Nordwesthorizont verschwindet. Am 2. Juni passiert der nicht mehr besonders helle Mars den Zwillingsstern Pollux zehn Vollmondbreiten südlich. Er verlässt die Zwillinge am 8. und tritt in das Sternbild Krebs. Die zunehmende Mondsichel gesellt sich am 13. zum roten Planeten. Ende Juni wird Mars freiäugig unbeobachtbar. Am 23. zieht Mars durch den Sternhaufen Krippe im Krebs.

Jupiter im Sternbild Wassermann verlegt seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Der Riesenplanet steigert nochmals seine Helligkeit. Damit wird er nach Venus und Mond zum hellsten Gestirn der Nacht. Er beherrscht als heller, weißglänzender Lichtpunkt unübersehbar die zweite Nachthälfte. Saturn verlagert seine Aufgänge in die Zeit weit vor Mitternacht. Da die Abenddämmerung jetzt erst spät endet, wird er im Laufe des Juni zum Planeten der gesamten Nacht. Zu Monatsbeginn geht der Ringplanet kurz nach ein Uhr auf, Ende Juni schon um 23 Uhr. Nach Venus und Jupiter ist er der dritthellste Planet. Er hält sich im Sternbild Steinbock auf und wird im Laufe des Monats heller.

Das Sommerdreieck ist im Osten bereits komplett aufgegangen

Am Fixsternhimmel hat sich das Frühlingsdreieck in die westliche Himmelshälfte begeben, das sich aus Arktur im Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau zusammensetzt. Im Osten ist dagegen das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler bereits komplett aufgegangen. Der Große Wagen steht immer noch hoch über unseren Köpfen. Tief im Norden zeigt sich die in unseren Breiten zirkumpolare Kapella, der hellste Stern im Sternbild Fuhrmann. Zirkumpolar bedeutet, dass dieser Stern den Himmelspol scheinbar umkreist – und daher von hier aus ganzjährig sichtbar ist.

Im Westen neigt sich der Löwe dem Untergang zu. Das Löwentrapez steht schräg zum Westhorizont. Das Feld im Südwesten wird von der Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica besetzt gehalten. Tief im Süden krabbelt der Skorpion den Horizont entlang. Sein tiefroter Hauptstern Antares ist kaum zu übersehen. Er ist ein Überriesenstern in 600 Lichtjahren Entfernung, in dem unser gesamtes inneres Planetensystem über die Marsbahn hinaus bequem Platz fände.

Ein wenig nördlich vom Skorpion stößt man auf den Schlangenträger mit der Schlange. Beide Sternbilder setzen sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammen und nehmen ein vergleichsweise großes Himmelsareal ein. Nur bei sehr klarem Himmel ohne Störung durch Mondlicht und durch irdische Lichtverschmutzung kann man den Ophiuchus, wie sein lateinischer Name lautet, erkennen.

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