Der Weinjahrgang in Stuttgart und Region Turbolese mit positiven Überraschungen

In einem Weinberg des Weinguts Currle in Stuttgart-Uhlbach hat die Traubenlese bereits begonnen. Foto: dpa
In einem Weinberg des Weinguts Currle in Stuttgart-Uhlbach hat die Traubenlese bereits begonnen. Foto: dpa

Menge pfui, Qualität hui: Auf dieses Fazit kann man die Einschätzung des Württembergischen Weinbauverbands zur diesjährigen Weinlese bringen, die jetzt begonnen hat.

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Stuttgart - Ganz entgegen der Befürchtungen nach den massiven Frostschäden im Frühjahr erleben die Wengerter zum Start der Weinlese einige positive Überraschungen. Es werde von der Menge her keinen großen Jahrgang geben, sagt Hermann Hohl, der Präsident des Württembergischen Weinbauverbands, nachdem dieser Tage überall die Lese bei Acolon, Dornfelder, Müller Thurgau oder Portugieser begonnen habe. Aber die Qualität sei hervorragend. Da habe der Frost quasi seine gute Seite gehabt: „Alle Kraft der Reben konzentriert sich auf die wenigen verbliebenen Trauben.“ Alles spreche derzeit dafür, dass die Lese in sehr kurzer Zeit über die Bühne gehe. Er erwarte „eine Turbolese“, sagt Hohl.

Während vor einigen Monaten noch mit Einbußen von teils deutlich mehr als 60 Prozent gerechnet wurde, schätzt Hohl den Ausfall nach derzeitigem Stand in den Weinbergen auf durchschnittlich etwa 30 Prozent im gesamten Weinbaugebiet. Allerdings gebe es einige Bereiche zum Beispiel in Taubertal oder Hohenlohe, die besonders von Frost und teils auch Hagel betroffen gewesen seien, wo die Quote bei 60, in Extremfällen sogar bei 80 Prozent liege. Ebenfalls zur Überraschung aller sei voraussichtlich der vom Frost ursprünglich am massivsten getroffene Lemberger letztlich der große Profiteur. Angesichts der kleinen Menge zeige sich: „Die Trauben, die da sind, die sind absolut top“.

Für Probleme sorge in den Weinbergen der in diesem Jahr starke Insektenfraß. Auch dies spreche dafür, das Lesegut möglichst rasch einzubringen. Hilfreich sei dabei die Tatsache, dass sich auch die Unterschiede in der Reife zwischen den trotz Frost verbliebenen Beeren und der nachgetriebenen zweiten Generation fast vollständig ausgeglichen hätten.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt dazu Hermann Hohl. Sein Zwischenfazit nach dem Lesestart in Württemberg: „Wir können wohl doch noch mit einem relativ erfreulichen Ergebnis aus dem Jahr gehen.“




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