Der Winners Dome in Winnenden Hinein ins Meer der Schaumstoffschnitzel

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Im Winners Dome, der wohl größten Bewegungslandschaft Deutschlands mit sportlichem Anspruch, kann man sich unter anderem aus zehn Metern Höhe in die Tiefe stürzen.

Florian balanciert in rund zehn Metern Höhe. Foto: Gottfried Stoppel 6 Bilder
Florian balanciert in rund zehn Metern Höhe. Foto: Gottfried Stoppel

Winnenden - Florian und Jakob kann so leicht nichts schrecken. Wie zwei Eichhörnchen huschen die beiden 13-Jährigen scheinbar mühelos über steile Schaumstofftreppen hinauf, durch enge Gänge und Durchlässe hindurch, an Hindernissen vorbei – um am Rand eines Nylonseilgerüstes durch ein Loch aus schwindelnder Höhe in die Tiefe zu stürzen. Der Erziehungsberechtigte muss schlucken, doch schon mergelt sich einer nach dem anderen putzmunter aus einem tiefen Meer blauer Schaumstoffkissen heraus, das sie zunächst verschluckt hat.

Hangeln, Klettern, balancieren – und ganz schön tief springen

Seit anderthalb Jahren gibt es im Sportpark des SV Winnenden den Winners Dome, laut Eigendarstellung die größte und in dieser Form einmalige Bewegungslandschaft Deutschlands. Erschaffen wurde sie von der ebenfalls in Winnenden ansässigen Gotthilf Benz Turngerätefabrik. Zehneinhalb Meter ist die oberste Ebene des Parcours hoch, in dem man klettern, hangeln, schwingen, balancieren, kriechen, rutschen oder – wenn man sich traut – auch ganz schön tief springen kann. Letzteres geht auch von einem Trampolin aus, das ebenfalls zu der Bewegungslandschaft gehört. Wer auf diesem ganz hoch hinaus möchte, kann sich ein Geschirr anlegen lassen, an dem ein Bungee-Seil befestigt ist.

Im Gegensatz zu anderen Indoor-Spielplätzen sei der Fokus im Winners Dome ganz klar in Richtung sportliche Betätigung ausgerichtet, betont die Geschäftsführerin des SV Winnenden, Claudia Brähler. „Der Parcours ist so konstruiert, dass die motorischen Fähigkeiten auf spielerische Art und Weise geschult werden“, sagt Brähler. Über die Nylonseile zu laufen etwa solle ganz bewusst ein wenig an untrainierten Fußsohlen weh tun, so dass man automatisch die Arme zu Hilfe nehme, um sich Erleichterung zu verschaffen – und so nebenbei andere Muskel- und Körperpartien trainiere. Zudem sind in den Kletterparcours verschiedene Hindernisse eingebaut, die auf unterschiedliche Art überwunden werden müssen. Das habe den zusätzlichen Vorteil, dass in größeren Gruppen keine gefährlichen Hetzjagden möglich seien. Jeder aber könne sich seine eigene Nische suchen, sich dort ausprobieren, wo man sich sicher fühle, sagt Brähler.

Keine Altersbegrenzung oder Fitnessvoraussetzung

Auch die Stadt Winnenden hat den Mehrwert der Bewegungslandschaft offenkundig erkannt. Für die Schulen sind vormittags feste Zeiten im Winners Dome reserviert. Nicht wenige Unterrichtsstunden werden dort abgehalten und machen die sonst vielleicht nicht ganz so spannenden Leibesübungen zu einem echten Erlebnis. Mittwochs und an den Wochenenden sind offene Stunden, zu denen jeder kommen kann, der Spaß an der Bewegung hat. Eine Altersbegrenzung oder Fitnessvoraussetzung gibt es nicht, auch muss man kein Vereinsmitglied sein.

Darüber hinaus kann der Dome für Events komplett gebucht werden. Der Renner sind Kindergeburtstage. Da kämen alle Beteiligten auf ihre Kosten. „Die Eltern können gewiss sein, dass die Kinder am Abend ausgepowert sind“, sagt Claudia Brähler, „und die Mamas freuen sich, dass den nächsten Kindergeburtstag mal der Papa organisiert.“

Der hat mittlerweile auch für sich festgestellt, dass der Sprung aus zehn Metern Höhe eigentlich nur eine Sache der Überwindung ist – und sich aus den Schaumstoffschnitzeln wieder an den Beckenrand zu arbeiten, die eigentlich herausfordernde Aufgabe ist.




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