Design im Garten Schick gestaltete Gärten und Parks

Farbenfroh: Koiteiche und exklusive Gärten von Reinhold Borsch aus Kempen, Deutschland – wie solche Gärten angelegt werden, lässt sich nachlesen in „Garden Design Review - Best Designed Gardens and Parks on the Planet“, erschienen im Verlag teNeues. Foto: Reinhold Borsch/Jürgen Becker

Ob kunstvoll geschwungene Hecken oder wildromantische Szenerien: wie viele Gedanken und Arbeit hinter dem perfekten Garten stecken und worin die Arbeit eines Baum-Maklers besteht.

Digital Desk: Felix Frey (fog)

Stuttgart - Was braucht man für den schönsten Garten der Welt? Kreativität und Handwerkskunst. Doch es steckt mehr hinter der Art der Inszenierung und der Auswahl der Pflanzen. Zur Wahrheit gehört vor allem, dass Nutzpflanzen den Trends zufolge in Ziergärten nichts zu suchen haben.

 

So muss sich der Mehrwert einer Apfelernte dem harmonisch gestalteten Kunstwerk eines Ziergartens unterordnen. Der Bildband „Garden Design Review – Best Designed Gardens and Parks on the Planet“ zeigt, wie die Profis es machen. Bekannte Gärtner und Landschaftsgestalter geben Einblick in ihr Schaffen.

Präriestauden liegen im Trend

Reinhold und Sonja Borsch etwa haben sich den Koi-Teichen verschrieben. Sie werden zum Mittelpunkt des Gartens und wirken beruhigend. Die Formgebung der Stege aus südostasiatischem Bangkirai-Holz spiegelt den Baustil des anliegenden Hauses wider. Der Garten ist unaufdringlich und klar strukturiert. Er soll Platz für die persönliche Entfaltung bieten. „Modernes Design“, erklärt Sigurd Henne, „spielt mit dem Kontrast von kulturhaften Anordnungen wie Steinen und Gewächsen.“

Der Dozent für Landschaftsbau und Vegetationsplanung an der Hochschule Nürtingen-Geislingen macht auch all denen Mut, die keine Lust auf glatten Rasen und Steinterrassen haben: „Es wird wieder mehr gepflanzt. Wegen des Klimawandels überwiegend Präriestaudenpflanzen. Aber der Trend, nur Rasen zu verwenden, geht zurück.“

Begrünung in Städten wird wichtiger

Waren private Gärten und Parks einst nur dem Adel zugängig, sind sie heute ein Begegnungsraum der Menschen, ein Kontrastprogramm zur Anonymität der Großstadt. Diese Idee wird sich in den nächsten Jahren verstärken, sagen Experten. Ging es in den Fünfzigern noch um eine autofreundliche Stadt, wird die Begrünung nun, auch im Sinne des Klimawandels, wichtiger.

Wer den Garten nicht als Raum für persönliche Entfaltung nutzen möchte, sondern ihn als sich ständig veränderndes Projekt sieht, für den bietet Cothay Manor in England mit seinen öffentlich zugänglichen Gärten Inspiration. Das um 1840 erbaute Anwesen wird seit 1993 von Mary-Anne Robb betreut. Zufällig und verwildert wirkt der Garten um das Anwesen.

Baum-Makler suchen das perfekte Gewächs

Einzig die schmalen Kieswege führen durch das wuchernde Grün. Von einer Eibenhecke umgeben eröffnet sich im Inneren des Gartens der Blick auf weiße Rosen und violette Wildblumen, die das alte Haus zu einem romantischen Plätzchen machen.

Aus der Faszination um Ziergärten ergibt sich sogar ein Beruf: der Tree-Broker. Damit nichts dem Zufall überlassen bleibt, kümmern sich diese Baum-Makler darum, das perfekte Gewächs zu finden. Umliegendes Grün wird oft durch ein Solitärgehölz ergänzt: ein großer Baum als Zentrum und Blickfang.

Tree-Broker haben den Überblick über mehrere Baumschulen und deren schönste Pflanzen. Sigurd Henne kann den Hobbygärtner beruhigen: „Bei privater Nutzung ist das perfekte Design nicht so wichtig.“ Also Mut zum Kohlgewächs neben den Rosen.

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