Design, Kunst und Mode: die Dekumo Ärger über neue Konkurrenz

Von Andrea Jenewein 

Die 13. Dekumo findet wieder in einem Interimsgebäude statt: in der ehemaligen Deutschen Post im Stuttgarter Norden. Die Dekumo-Macher klagen darüber, dass die Zahl der Konkurrenzveranstaltungen in der Weihnachts- und Adventszeit in Stuttgart immer größer würde.

Bruce Lee macht Mut. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Bruce Lee macht Mut. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Bruce Lee springt einen von der Wand an. Gemalt in schwarz auf weiß – wie auch die Lettern daneben: „Bete nicht darum, ein leichtes Leben zu haben, sondern bete, dass du die Kraft hast, ein schwieriges auszuhalten“, steht dort auf Englisch. Kunst auf riesigen Leinwänden – das passt zur Dekumo, zur Verkaufsplattform für Design, Kunst und Mode, die am Samstag und Sonntag im ehemaligen Gebäude der Deutschen Post im Stuttgarter Norden stattfindet.

Doch bei genauerer Betrachtung sieht man, dass die Leinwände zwischen den Ständen in Wahrheit Trennwände sind. Gedacht waren und bemalt wurden diese ursprünglich für die Flüchtlinge, die in dem leer stehenden Gebäude hätten unterkommen sollen – wenn es denn Bedarf gegeben hätte. Doch es gab keinen. So stehen die Betten und Matratzen noch immer in der 5000 Quadratmeter großen Halle. Etwa ein Drittel dieser Fläche wird nun von knapp 80 Dekumo-Ausstellern aus ganz Deutschland bespielt, darunter die Schmuckdesignerin Anja Schimers aus Stuttgart oder Palettenmöbel Design aus Magdeburg. Letztere greifen einen ungebrochenen Trend auf: das sogenannte Upcycling.

Interimsnutzung als Prinzip

Dennoch passen die Trennwände zur Dekumo. „Für uns ist Nachhaltigkeit ein großes Thema – wir versuchen das, was uns das jeweilige Gebäude bietet, zu nutzen“, sagt Dekumo-Macher Björn Peters. Denn die Dekumo hat sich Interimsnutzung zum Prinzip gemacht: So war man in den 13 Jahren des Bestehens etwa im Wilhelmspalais, in der ehemaligen Mercedes-Benz-Niederlassung an der Türlenstraße und in der ehemaligen Hauptverwaltung der EnBW untergekommen. „Wir wollen die Besucher – aber auch uns selbst – immer wieder überraschen“, sagt Oliver Scholz, der mit Peters die Dekumo veranstaltet. Anfangs habe man mit diesem Konzept bei Behörden oft auf Granit gebissen, heute zeigten sich die zuständigen Ämter sehr kooperativ, betont Scholz.

Es gilt also keinen Kraftakt mehr zu meistern, dafür aber einen Balanceakt – als solchen zumindest empfindet Peters den Umgang mit neuer Konkurrenz: „Es gibt uns und etliche alternative Weihnachtsmärkte in Stuttgart – und nun kam vor drei Jahren noch die Schöne Bescherung dazu. Das finde ich dreist.“ Denn die Blickfang Design­messe, deren Tochterunternehmen die Schöne Bescherung ist, habe deutschlandweit „schon genug Veranstaltungen“.

Anja Böhringer, Geschäftsführerin der Schönen Bescherung, sieht das anders: „ Wir sehen uns in einem hochwertigen Segment angesiedelt. Unsere Aussteller sind meist kleinere Manufakturen, die von dem, was sie herstellen, leben können.“ Darin unterscheide man sich von der Dekumo, die auf junge Aussteller aus Kleinwerkstätten setzt, die regional, bio und fair produzieren.

Nun, mit diesem Ass im Ärmel dürfte es für die Dekumo ein Leichtes sein, auch diese Schwierigkeit auszuhalten – und zu überwinden. Bruce Lee lässt grüßen.

Die Dekumo findet am Samstag von 11 bis 21 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr im Ex-Deutsche-Post-Gebäude, Ehmannstraße 82, statt. Eintritt sechs, ermäßigt vier Euro, Familienkarte zehn Euro. Kinder unter 18: Eintritt frei; es gibt eine Kinderbetreuung. Foodtrucks bieten Kulinarisches. Nächste Haltestelle: Mineralbäder.
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