In der Nacht auf Dienstag hat in und um Dettingen die Erde gebebt. Es handelt sich um ein schwaches Beben, das die meisten Dettinger wohl verschlafen haben.

Region: Corinna Meinke (com)

Das leichte Erdbeben in der Nacht auf Dienstag im Raum Dettingen unter Teck haben offenbar viele Menschen verschlafen. Das mag auch an der Uhrzeit liegen, denn nach Angaben des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau bebte die Erde zu nachtschlafender Zeit gegen 3.50 Uhr. Dabei lag das Epizentrum in einer Tiefe von zehn Kilometern unter der Erdoberfläche. Zunächst war das Beben bei Beuren verortet worden, was inzwischen korrigiert wurde.

 

Wie aus dem Rathaus zu erfahren war, haben zwei Mitarbeiter der Gemeinde, von denen der eine in Dettingen und der andere in Weilheim wohnt, das Beben gespürt. Wie Bürgermeister Rainer Haußmann sagte, habe der Mitarbeiter aus Weilheim das Beben bemerkt, da dessen Hund in dem Moment ans Bett kam.

Das Epizentrum des Erdbebens lag in der zehn Kilometer Tiefe

Das Beben mit der Stärke drei auf der Richterskala war laut dem Landesamt im Umkreis von zehn Kilometern wahrzunehmen sowie vereinzelt auch darüber hinaus und spielte sich in rund zehn Kilometer Tiefe unter der Erdoberfläche ab.

„Wir haben hier nur sehr selten Erdbeben“, erklärte Bürgermeister Haußmann, denn in Dettingen sei man weit weg von den Zentren des seismisch aktiven Gebiets des Zollernalbkreises. Dort wurde im März 2024 ein Erdbeben der Stärke 2,8 gemessen, bei dem klirrende Gläser registriert wurden.

Das letzte große Erdbeben war vor 47 Jahren im Kreis Esslingen spürbar

1978 war das letzte große Beben mit der Stärke 5,7, das bis in den Kreis Esslingen zu spüren war: „Mich hat es richtig im Bett verschüttelt“, erinnert sich Bürgermeister Haußmann, der damals im Neuffener Tal wohnte.

Seine Kommune sei mit Blick auf den Katastrophenschutz übrigens gut aufgestellt. Wobei der Notfallplan der Gemeinde weniger das Thema Erdbeben, sondern eher auf einen möglichen Stromausfall ausgerichtet sei. Dafür habe man zwei Notstromaggregate angeschafft und eine Drohne für die Feuerwehr, die mit einer Wärmebildkamera bestückt sei.

Auch in Weilheim war das jüngste Erdbeben zu spüren Foto: Markus Brändli

Die geologischen Gegebenheiten in Dettingen weisen laut Haußmann eine Besonderheit auf: In einer Tiefe von 80 bis 100 Meter herrschten auffallend heiße Temperaturen und wenn man dort bohren würde, würde man ebenso auf heiße Quellen stoßen wie im nahen Beuren, wo die dortigen Thermalquellen die Becken der Panoramatherme mit warmem Wasser speisen.

Gefahr gehe von dieser „Anomalie“ in Dettingen aber keine aus, erklärte der Verwaltungschef. Ganz im Gegenteil, denn das warme Erdreich biete sich für die Geothermie-Nutzung an, die in Dettingen inzwischen häufiger für die Beheizung von Gebäuden gewählt werde.

Wer von dem aktuellen Erdbeben etwas gespürt hat, kann das auf der Seite der Landesanstalt melden: https://erdbeben.led-bw.de/erdbeben/251209_0249.