Dettingen/Neidlingen Einsatz in Hepperlingen – als polnischer Erntehelfer

Von  

In „Der Tod zahlt alle Schulden“ spielt auch der Dettinger Walter Wanner mit. Die ARD zeigt die Krimikomödie am 1. Juni. In Neidlingen ist ein Public Viewing geplant.

Die polnischen Erntehelfer haben am Set hautnah miterlebt, wie ein Film entsteht. Auch für Walter Wanner (rechts) ist der Dreh ein eindrucksvolles Erlebnis gewesen. Foto:  
Die polnischen Erntehelfer haben am Set hautnah miterlebt, wie ein Film entsteht. Auch für Walter Wanner (rechts) ist der Dreh ein eindrucksvolles Erlebnis gewesen. Foto:  

Dettingen/Neidlingen - Ist die Großmutter von Lisa Taubenbaums Jugendfreundin eines natürlichen Todes gestorben, oder ist ihr Ableben die Folge eines Verbrechens? Die Antwort darauf liefert der Film „Die Bestatterin – der Tod zahlt alle Schulden“, der im Kreis Esslingen gedreht worden ist und der am Samstag, 1. Juni, um 20.15 Uhr im ARD-Fernsehen läuft.

Bis zum Sendetermin dicht halten wird natürlich auch Walter Wanner. Der 67-Jährige aus Dettingen ist am Set dabei gewesen und hat die Dreharbeiten hautnah miterlebt. Zusammen mit einer Gruppe von weiteren Komparsen ist er in die Rolle von polnischen Erntehelfern geschlüpft, die in dem Krimidrama ihren kleinen Part gespielt haben. Für Walter Wanner war die Produktion mit dem ganzen Drumherum in Hepsisau, Neidlingen, Weilheim und Wolfschlugen eine tolle Erfahrung und ein eindrucksvolles Erlebnis.

Die Schauspieler nehmen die Komparsen in das Team auf

„Wir wurden sehr freundlich aufgenommen am Set und waren voll im Team integriert“, erinnert sich Walter Wanner an die aufregende Zeit im vergangenen August und September. „Es war ein sehr unkomplizierter Umgang mit den Schauspielern.“ Gerade von der Hauptdarstellerin Anna Fischer in der Rolle der Lisa Taubenbaum mit ihrer direkten Art und ihrer zeitweiligen Schusseligkeit war der Dettinger Komparse angetan. „Wie sie spielt, so ist sie auch im richtigen Leben“, so Walter Wanners Eindruck.

Der im Auftrag des Südwestrundfunks gedrehte Film erzählt die Geschichte von Lisa Taubenbaum, die nach dem Unfalltod ihrer Mutter aus Berlin zurück in ihre Heimat zieht – ins beschauliche Hepperlingen auf der Schwäbischen Alb. Der Kunstname des Ortes setzt sich laut Walter Wanner aus Hepsisau und Neidlingen zusammen. Das Filmteam habe diese Gegend wegen der schönen, von Streuobstwiesen geprägten Landschaft ausgewählt, erklärt der Dettinger.

Am Set ist von den Komparsen Geduld gefragt

In dem Film versucht Lisa Taubenbaum, das Bestattungsunternehmen ihrer Familie über Wasser zu halten. Als dann die Oma ihrer Freundin auf dubiose Weise stirbt und die Spekulationen ins Kraut schießen, schlagen die Wellen in dem sonst so friedlichen und idyllischen Ort hoch. Letztlich werden auch die polnischen Erntehelfer argwöhnisch beäugt.

Auf den Komparsenjob war Walter Wanner durch eine Anzeige im Mitteilungsblatt der Gemeinde Bissingen aufmerksam geworden. Kurzentschlossen bewarb er sich an einem Freitag, wenige Stunden später hatte er die Zusage und am folgenden Dienstag war er bereits am Set. Über fünf Drehtage hinweg erstreckte sich sein Einsatz als Erntehelfer mit blauer Latzhose und brauner Schiebermütze. Das Engagement im Grünen war indessen auch von Leerlauf geprägt. „Die Zeit besteht aus Warten, Warten, Warten“, sagt Walter Wanner.

Walter Wanner ist selber Hobby-Filmer

Langweilig wurde es ihm aber selbst in den Pausen nicht. Für den filmbegeisterten 67-Jährigen, der selber hobbymäßig kürzere Reise-, Familien- und Heimatfilme produziert, war es durchaus lehrreich, mit Kameramännern vor Ort über Kameraeinstellungen, die Verwendung verschiedener Filter oder die Auswahl des passenden Hintergrunds zu sprechen.

Die Gemeinde Neidlingen plant zum Sendetermin am 1. Juni ein Public Viewing in der Reußensteinhalle, möglichst mit Bewirtung durch örtliche Vereine. Auch Walter Wanner wird das Krimidrama mit komödiantischem Einschlag an dem Samstag dann zum ersten Mal sehen. „Ich bin sehr gespannt, was sie zusammengeschnitten haben“, sagt der Komparse.