Deutsch-Griechische Zusammenarbeit Hoffnungsschimmer in Krisenland

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Die Dauerkrise hält Griechenland im Würgegriff. Immerhin gehen die Kommunen mit deutscher Hilfe neue Wege, wie sich bei der sechsten Deutsch-Griechischen Versammlung in dieser Woche auf der Peloponnes zeigen wird. Baden-Württemberg ist Motor der Bewegung.

Viel zu feiern gibt es für die Griechen gerade nicht – so wie unlängst auf der Akropolis. Sonst ist die Stimmung eher von Krise geprägt. Foto: ANA-MPA
Viel zu feiern gibt es für die Griechen gerade nicht – so wie unlängst auf der Akropolis. Sonst ist die Stimmung eher von Krise geprägt. Foto: ANA-MPA

Stuttgart - Hans-Joachim Fuchtel, der Merkel-Beauftragte für die deutsche-griechische Zusammenarbeit, lässt nicht locker: Wen der CDU-Staatssekretär aus dem Nordschwarzwald als Mitstreiter einspannt, der bringt sich fortan voll in die Sache ein. So kann Fuchtel auf etliche Persönlichkeiten zählen, die mit ihm ein in Europa einzigartiges, bilaterales Netzwerk aus Kommunen, Gesellschaft und Wirtschaft vorantreiben. Roger Kehle, der Vize-Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, ist darunter, die Landräte Gerhard Bauer (Schwäbisch Hall) und Helmut Riegger (Calw), sowie Otto Kentzler, einst Präsident des Handwerksverbandes. Engagierte Kommunalvertreter aus dem Südwesten wie auch der Steinacher Bürgermeister Frank Edelmann haben eine wichtige Koordinationsfunktion. Die Idee, beim Aufbau des griechischen Staatswesens zu helfen, hat aber auch bundesweit Anklang gefunden. „Die Baden-Württemberger sind die Impulsgeber der Bewegung“, sagt Fuchtel. „Aber sie sind nicht mehr allein.“

Von diesen Donnerstag bis Samstag wird wieder Bilanz gezogen – bei der sechsten Deutsch-Griechischen Versammlung in Nafplio auf der Halbinsel Peloponnes. Auch Justizminister Guido Wolf (CDU) hat sich für Freitag angesagt – trotz seiner Brüche, die er sich jüngst beim Sturz mit dem Mountainbike zugezogen hat. Dabei werden viele Leuchtturmprojekte vorgestellt – zur Nachahmung empfohlene „Know-how-Partnerschaften“, wie Fuchtel zu sagen pflegt. „Nach Jahren härtester Arbeit sehen wir die ersten Früchte“, betont er. Es gebe einige Kooperationen, die sich ohne sein Zutun bildeten. Dies zeige, dass der Ansatz tragfähig sei. Der Mann rackert selbst wie kein Zweiter für die Griechen – das sei „wie ein zweiter Job“ für ihn, sagt er.

Auch die Kammern kooperieren

Fuchtel zählt eine Vielzahl von Fortschritten in unterschiedlichen Bereichen auf – etwa die Partnerschaften zwischen Nürnberg und Kavala oder der Insel Thassos und dem Landkreis Reutlingen hervor. In Nafplio werden zudem etliche Kommunalvertreter aus den neuen Bundesländern mitreden. Die dort in der Nachwendezeit gemachten Erfahrungen, „können für die griechischen Kommunen von besonderem Wert sein“, sagt Fuchtel.

Otto Kentzler wiederum hat bisher zwölf Kammern in Deutschland zu Patenschaften bewegen können. Der Ehrenpräsident des Deutschen Handwerks hat sich dazu mit dem Präsidenten der griechischen Wirtschaftskammer, Konstantinos Michalos, zusammengetan. Unlängst haben die Kammern von Piräus und Hamburg eine Vereinbarung unterzeichnet.

Neu entwickelt wurde die Internetplattform „ProGreece“, über die griechische Unternehmen deutschen Firmen personelle und technische Überkapazitäten bei der Auftragsfertigung sowie in Dienstleistungsbereichen anbieten. Mehr als 800 Firmen sind auf der Plattform registriert, darunter 750 Anbieter aus Griechenland.