Deutsch-türkische Beziehungen Großdemo in Köln am Wochenende

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Ausgerechnet jene, die Erdogan Verschwörungstheorien unterstellten, kämen nun selber mit solchen Theorien um die Ecke, sagt Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin. Kalin vermutet dahinter klammheimliche Enttäuschung: darüber, dass der Militärputsch gescheitert ist. Nicht nur Kalin, den die Putschisten womöglich an die Wand gestellt hätten, auch AKP-Abgeordneten ist echter Ärger über die Verschwörungstheorie anzumerken. Ihre Gefühle werden nachvollziehbarer, steht man selber in dem von Putschisten bombardierten Parlament in Ankara.

Am kommenden Wochenende wird wieder zu beobachten sein, wie die türkische Politik auf deutsche Straßen überschwappt - in Köln werden 15 000 Pro-Erdogan-Demonstranten erwartet. Schon wird Kritik aus der Union daran laut, und schon argwöhnen AKP-Anhänger, in Deutschland solle die Versammlungsfreiheit wohl nur für Erdogan-Gegner gelten.

Neuen Sprengstoff birgt die Forderung nach einer Auslieferung von Gülen-Anhängern. Sollte Ankara darum offiziell ersuchen, ist das aus deutscher Sicht nicht nur wegen Foltervorwürfen von Amnesty International gegen die Türkei heikel. Dort wird seit dem Putschversuch zudem die Wiedereinführung der Todesstrafe diskutiert. Sollte Berlin die Zusammenarbeit verweigern, könnte Botschafter Erdmann demnächst vielleicht doch wieder einen Termin bei der Regierung in Ankara bekommen - allerdings keinen, um den Diplomaten bitten würden: Gut möglich, dass er dann wieder ins Außenministerium einbestellt wird.




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