Deutsche Außenpolitik Das Primat der Diplomatie

Außenminister Frank-Walter Steinmeier will sein Ministerium umbauen und dabei  vor allem den Bereich Krisenbewältigung stärken. Foto: dpa
Außenminister Frank-Walter Steinmeier will sein Ministerium umbauen und dabei vor allem den Bereich Krisenbewältigung stärken. Foto: dpa

Frank-Walter Steinmeier will der deutschen Außenpolitik die militärische Logik austreiben. Schön wär’s, kommentiert StZ-Korrespondent Thomas Maron.

Berliner Büro: Thomas Maron (tm)
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Berlin - Deutschlands Verantwortung in der Welt wächst. Nicht weil sich irgendwer hierzulande danach reißen würde, sondern weil die internationale Entwicklung es erzwingt. Die USA ziehen sich zurück, neue Regionen steigen auf. Europa hat nur eine Chance, eigene Interessen durchzusetzen, wenn es geschlossen darauf reagiert. Deutschland sieht sich dabei von den Partnern in eine führende Rolle gedrängt. Es ist also gar nicht die Frage, ob Deutschland mehr Verantwortung übernimmt, sondern, was dies in der Konsequenz bedeutet.

Es ist gut, dass Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) darauf reagiert. Er will das Ministerium umbauen, krisenfester machen und die Bevölkerung für die neuen Herausforderungen sensibilisieren. Dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings wird er nur dann auf das Wohlwollen der Bevölkerung zählen können, wenn er den Nachweis führt, dass es ihm bei all dem Gerede über mehr Verantwortung nicht vor allem um die Vorbereitung weiterer Auslandseinsätze der Bundeswehr geht. Die Kriegsskepsis wird bleiben, die Deutschen haben aus ihrer Geschichte gelernt. Sollte Steinmeier aber der Diplomatie nach den militärischen Fehlschlägen der vergangener Jahre tatsächlich in Europa zu einer Renaissance verhelfen, dann muss er um Unterstützung gar nicht erst werben.




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