Deutsche Futsal-Nationalmannschaft Ex-FCE-Kicker Davud Vehab: Vom Rasen aufs Parkett

Jubel über den Treffer: Futsaler Davud Vehab steht mit dem TSV Weilimdorf in der Bundesliga ganz oben. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der ehemalige Kicker des FC Esslingen, Davud Vehab, kehrt dem Großfeld-Fußball den Rücken, spielt in der Futsal-Bundesliga – und ist für das Nationalteam nominiert.

Wenig Platz, hohes Tempo, schnelle Entscheidungen. Wo früher der Rasen endlos schien, ist heute ein anderes Spiel gefragt. Der ehemalige Kicker des FC Esslingen, Davud Vehab, hat den Schritt gewagt – raus aus dem gewohnten Fußball, hinein in die Welt des Futsals. „Ich hätte gedacht, dass ich den Rasen, also das Spiel draußen, mehr vermissen würde“, erzählt Vehab mit einem Lächeln, der aus Esslingen stammt und mittlerweile in der Nähe von Nürtingen wohnhaft ist, „aber im vergangenen Jahr lief es für mich einfach gut und es ist sehr viel passiert, daher kam das Vermissen-Gefühl wahrscheinlich nicht so auf. Ich bereue die Entscheidung nicht.“

 

Vom FC Esslingen zum Futsal-Club TSV Weilimdorf

Der 27-Jährige war maßgeblich am Durchmarsch des FC Esslingen von der Kreisliga A in die Verbandsliga beteiligt und kickte beim FCE bis zur Winterpause in der Saison 2024/2025. Dann folgte nicht nur ein Umbruch bei den Esslingen, sondern auch ein persönlicher für Vehab, der immer mal wieder von Verletzungen geplagt war. „Ich habe ein gutes Angebot vom Futsal-Team TSV Weilimdorf bekommen und bin dem nachgegangen“, erzählte Vehab, der aber auch schon zuvor im Futsal-Bereich erfolgreich unterwegs war. Neben seiner Zeit beim FCE lief er bereits für den Futsal-Bundesligisten Stuttgarter Futsal Club und wurde einige Male für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. „Im Nachhinein muss ich sagen, dass das etwas zu viel für mich war. Durch die Doppelbelastung und den ständigen Wechsel von Rasen auf Hallenboden wurde ich verletzungsanfälliger“, erklärt er.

Davud Vehab nimmt sich bei der Nationalmannschaft Zeit für die Fans. Foto: Giacinto Carlucci

Nun richtet er seinen sportlichen Fokus nur noch auf Futsal. Und das erfolgreich. In seiner Premierensaison, als er im Winter in Weilimdorf einstieg, feierte er direkt den Meistertitel in der Bundesliga – und ist mit den Weilimdorfern derzeit kurz davor, erneut die Meisterschaft zu gewinnen. Der TSV gewann alle der bisherigen zwölf der insgesamt 18 Spiele und hat sich einen Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Zweiten Hohenstein-Ernstthal 05 Futsal erarbeitet. „Es läuft alles super und es ist bislang eine historische Saison für uns, denn das gab es in der Bundesliga noch nicht, dass ein Team alle Spiele gewonnen hat“, sagt er.

Abstecher in die Icon League

Dass Vehab sich nur auf den Futsal-Sport konzentriert, stimmt dann aber doch nicht ganz. Denn er war bis vor Kurzem noch in der von Ex-Fußball-Profi Toni Kroos und Influencer Elias Nerlich gegründeten Kleinfeldliga Icon League – die auf dem Sender Sport1 übertragen wurde – mit von der Partie. Er erreichte mit seiner Mannschaft FC PLYRS United Platz zwei. „Das kann man nicht mit Futsal vergleichen. Es wird mit Bande gespielt und die Liga hat ihre eigenen Regeln, die sich ständig verändern können“, erklärt Vehab, der wie einige seiner Weilimdorfer Mannschaftskollegen für die deutsche Hallenfußball-Liga angefragt wurde.

Sein Team wurde dabei von den Ex-Bayern-München-Profis Franck Ribéry und Claudio Pizarro geleitet. „Das war schon eine tolle Erfahrung, denn bei der Icon League habe ich einige Prominente kennenlernen dürfen. Und mich hat es natürlich gefreut, unter meinem Jugendidol Ribéry spielen zu dürfen“, sagt Vehab, der sich vom Franzosen freilich einige Tipps geholt hat.

In der Halle hat er dieses Jahr noch einiges vor. Und das nächste Event steht für ihn direkt am Freitag (19 Uhr) in der Stuttgarter Porsche Arena an – denn dann trifft er mit der deutschen Futsal-Nationalmannschaft im Länderspiel auf England. „Seitdem ich wieder nur Futsal spiele, war ich jedes Mal für das Nationalteam nominiert. Es läuft und ich bekomme immer mehr Spielzeit“, freut sich Vehab und ergänzt: „England ist ein starker Gegner, aber wir wollen natürlich gewinnen. Für mich ist jedes Länderspiel etwas Besonderes, denn das Niveau ist noch mal besser als in der Bundesliga.“

Davud Vehab drückt dem FC Esslingen die Daumen

Der Kontakt zum FCE ist zwar nie abgebrochen (Vehab: „Ich verfolge die Ergebnisse“), aber da „fast alle meiner ehemaligen Teamkollegen nun woanders kicken und ich es auch zeitlich nicht hinbekomme, war ich leider schon länger nicht mehr vor Ort“. Dennoch glaubt er daran, dass die Esslinger den Klassenverbleib in der laufenden Verbandsliga-Saison schaffen. „Den Trainerwechsel zu Dominik Eitel habe ich über Mundpropaganda mitbekommen und bin auch überzeugt davon, dass er das mit dem Team hinbekommt. Ich kenne ihn ja und er ist ein Top-Trainer“, betont er und drückt seinem Ex-Großfeldclub die Daumen.

Der Schritt zurück auf den Rasen ist für ihn vorerst aber kein Thema. Und mit dem Ball am Fuß in der Halle hat Vehab noch einige Ziele vor Augen – auch im Nationaltrikot.

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