Deutsche Glasfaser Wie sich der geplante Stellenabbau auf den Kreis Böblingen auswirkt

Kommunen, in denen der Ausbau bereits läuft, können aufatmen. Foto: Matthias Rietschel/dpa

Das Unternehmen ist maßgeblich am Ausbau von schnellem Internet im Kreis Böblingen beteiligt. Manche Projekte werden nun überprüft.

Böblingen: Anke Kumbier (ank)

Die Deutsche Glasfaser will wohl bundesweit Stellen abbauen. Diese Nachricht wurde Mitte Oktober bekannt und hat im Kreis Böblingen Verunsicherung hervorgerufen. Das Unternehmen ist aktuell in sechs Gemeinden im Kreis am Bau des Glasfasernetzes beteiligt und zählt neben dem größten Player Telekom zu den wichtigen Akteuren beim Ausbau von schnellem Internet im Kreis.

 

Fokus auf laufenden Projekten

Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigt auf Nachfrage, dass die Deutsche Glasfaser die Ausbaugeschwindkeit drosseln will und Gespräche mit dem Konzernbetriebsrat führt, in denen es um den Abbau von bis zu 250 Stellen geht. Was bedeutet all das für den Kreis Böblingen? Die Sprecherin beruhigt, zumindest was Projekte betrifft, die bereits begonnen wurden.

„Wir fokussieren uns ab sofort auf die Umsetzung sowie den Abschluss bereits beauftragter Projekte“, schreibt die Sprecherin in einer Mail. Dies beinhalte auch Vorhaben, bei denen das Unternehmen den Baupartner aufgrund Insolvenz oder qualitätsbedingt austauschen musste.

Allerdings: Alle Projekte, bei denen noch nicht mit dem Bau begonnen wurde, werden laut der Sprecherin überprüft. Das betreffe im Kreis Böblingen die Gemeinde Weissach. Zu welchem Ergebnis diese Überprüfung komme, sei derzeit noch völlig offen. Mehr Infos könne sie voraussichtlich im Februar geben. Sollte ein Projekt abgesagt werden, verlören bereits geschlossene Verträge automatisch ihre Gültigkeit. Die Menschen müssten, so die Sprecherin, selbst nicht aktiv werden.

Zwar steht offenbar noch nicht fest, wie sich die Deutsche Glasfaser mit Blick auf Weissach entscheidet. Die Gemeinde scheint mit ihrer Geduld trotzdem am Ende zu sein. Seit diesem Jahr prüfe die Rathausverwaltung mögliche Alternativen, teilt Bürgermeister Jens Millow auf Nachfrage mit.

Ungeduld in Weissach

Denn: Man habe bereits 2023 die notwendige Anzahl an Vorverträgen erreicht, damit die Deutsche Glasfaser den Ausbau übernimmt, so der Bürgermeister. Der Ausbau sei immer wieder vertagt worden. „Der ursprüngliche Start im ersten Halbjahr 24 wurde auf das zweite Halbjahr, dann auf 2025 und jetzt eventuell auf 2026 verschoben.“

Während das Projekt in Weissach wackelt, betont die Sprecherin der Deutschen Glasfaser: „In allen anderen Projekten im Landkreis Böblingen, bei denen der Bau schon begonnen hat, werden die Projekte wie geplant umgesetzt.“

So wurden beispielsweise laut der Sprecherin vor zwei Wochen in Herrenberg-Haslach 300 Kunden ans schnelle Internet angeschlossen und in Jettingen gehen demnach in den kommenden Wochen die ersten Kunden ans Netz. In Gärtringen wiederum ist laut der Sprecherin etwa die Hälfte der Tiefbauarbeiten erledigt und 100 Kunden haben einen Anschluss erhalten.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Umbrüche bei der Deutschen Glasfaser auf den weiteren Ausbau von schnellem Internet im Kreis auswirken. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Unternehmen hatte der Ausbau zuletzt Fahrt aufgenommen. Fast die Hälfte der Haushalte im Kreis waren Ende 2024 laut Landrat Roland Bernhard an Glasfaser angeschlossen – ein Spitzenwert in der Region Stuttgart.

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