Deutsche Meisterschaft in Gärtringen Ein Ort im Faustball-Fieber

Die Theodor-Heuss-Halle zieht das Publikum an diesem Wochenende in Scharen an. Foto: Stefanie Schlecht

Eine Riesenveranstaltung für einen kleinen Verein: Die Faustballabteilung des TSV Gärtringen richtet die Deutsche Faustballmeisterschaft auf. Ein Kraftakt, der allerdings ansteckend wirkt.

Wer an diesem Wochenende versucht, um die Theodor-Heuss-Halle in Gärtringen herum einen Parkplatz zu finden, muss ein bisschen auf Glück und göttliche Fügung hoffen. Der Grund dafür offenbart sich bei der Durchfahrt des Örtchens sehr schnell. Überall hängen bunte Plakate, die der TSV Gärtringen selbst designt hat und die auf ein echtes Großereignis hinweisen: Die Deutsche Meisterschaft der Erwachsenen im Faustball.

 

Kommt man der Halle schließlich näher, dröhnt einem der donnernde Jubel der Fans entgegen. Der Eingang ist mit schwarz-rot-goldenen Ballons geschmückt, direkt vor der Halle befinden sich weiße Zelte, in denen Würstchen, Bier und Fanartikel angeboten werden. Die Kapazitäten des Gebäudes sind bis zum Maximum ausgelastet, die 800 Besucher drängen sich auf der Zuschauertribüne dicht aneinander. Die Tribüne selbst ist in Fanblocks aufgeteilt, wo jede Menge Stimmung gemacht wird. Es ist eine Atmosphäre, die einem Fußball-Länderspiel ähnelt – und das im kleinen Gärtringen! Aber die Begeisterung der Zuschauer ist eigentlich kein Wunder: „Die Leistungsdichte, die wir hier sehen, ist unheimlich hoch“, sagt Nicky Heldmaier vom Organisationsteam. „Das ist richtig hochklassiger Faustball.“

Sogar Videowände gibt es – so kann niemand etwas verpassen Die TSV-Faustballabteilung hat keine Kosten und Mühen gescheut, um dem Publikum und den Spielern ein unvergessliches Event zu liefern. Da sich die Mannschaften in der Schwarzwaldhalle einspielen müssen, pendelt ein kostenloser Shuttlebus zwischen diesem Standort und der Theodor-Heuss-Halle hin und her. Der Bus wird vom Verein gestellt, ebenso wie die Videoleinwände, die in der Cafeteria und vor der Theodor-Heuss-Halle aufgebaut sind und die Spiele live übertragen. „Wir haben so viele Zuschauer hier, dass die Hallenkapazitäten ihre Grenze erreichen“, sagt Nicky Heldmaier. „Deshalb werden die Spiele auch live übertragen, damit die Leute im Zweifel zumindest hier zuschauen können – und damit sie nichts verpassen, wenn sie sich was zu trinken holen.“

60 Kilo Kartoffeln schälen am Morgen? Die Vereinsfamilie schafft’s problemlos! Wer ein so großes Event ausrichtet, muss natürlich auch für Verpflegung sorgen. Hier haben die Zuschauer eine breite Auswahl. Vor der Halle sind Würstchenbuden aufgebaut, in der Cafeteria bietet die Faustball-Abteilung Fleischkäsweckle, Maultaschen, Kartoffelsalat und Kuchen an. Die Küchenteams sind schon seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. „Die erste Schicht hat heute morgen 60 Kilo Kartoffeln für den Kartoffelsalat geschält“, berichtet Monika Ebner, die seit neun Uhr in der Küche steht. Der große Ansturm an Gästen sei gegen die Mittagszeit gekommen, aber dem Team sei es gelungen, niemanden warten zu lassen. „Hier arbeiten alle Hand in Hand miteinander, deshalb läuft das“, sagt Monika Ebner. „Bei so einer Veranstaltung braucht man einfach Leute, die zusammen schaffen können – und wir sind wie eine riesengroße Familie, da herrscht einfach Zusammenhalt.“

Der Stolz auf den Heimatverein wächst durch dieses Event In der Pause herrscht vor der Halle ein ganz schöner Trubel. Besonders beliebt ist der große Stand, an dem auch das Bier ausgeschenkt wird. Hier hat TSV-Faustballerin Friederike Armbruster alle Hände voll zu tun. „Aber es ist unglaublich cool“, sagt sie. „Ich bin sehr stolz, dass unser Verein so ein Großevent auf die Beine stellt.“ Nach der Pause könne sie auch davonschleichen und die Spiele selbst mitverfolgen. „Das Niveau ist unglaublich hoch, das ist das Beste, was man sehen beim deutschen Faustball kann“, sagt die Expertin.

Wenn die ganze Familie anpacken muss – und Spaß dabei hat Tina Alferi und Robert Grob sind für die Einlasskontrollen zuständig. Gemeinsam überprüfen sie die Gültigkeit der Tickets, teilen die entsprechenden Eintrittsbänder aus und zeigen den Besuchern den Weg zur Tribüne. Während Robert Grob zum Verein gehört, ist Tina Alferi eigentlich keine Faustballerin. Ihre Familie aber schon. „Bei so einem riesigen Event müssen die Familien einfach miteingespannt werden, da ist von Klein bis Groß jeder mit dabei“, sagt sie. „Aber es macht natürlich auch Spaß.“ Vor allem, weil man sich nach dem großen Ansturm auch abwechselnd die Spiele ansehen kann. „Das ist schon aufregend.“

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