Deutsche Meisterschaften im Ringen DM-Titel auf dem Weg zur EM-Medaille
Der Ringer Anton Buchholz von der SG Weilimdorf verteidigt bei den nationalen U-17-Meisterschaften eindrucksvoll seinen Titel. Stärkster Gegner wartete im Halbfinale.
Der Ringer Anton Buchholz von der SG Weilimdorf verteidigt bei den nationalen U-17-Meisterschaften eindrucksvoll seinen Titel. Stärkster Gegner wartete im Halbfinale.
Man kennt sich in der Szene. Dementsprechend stand am vergangenen Wochenende für Anton Buchholz vor Beginn der deutschen U-17-Meisterschaften im Ringen in Dürbheim fest: „Will ich meinen Titel erfolgreich verteidigen, muss ich Hadis Vehapi besiegen.“ Zum Duell in der Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm im griechisch-römisch Stil kam es aber bereits im Halbfinale. Der Ringer der SG Weilimdorf behielt die Oberhand und verließ dann auch im Finale die Matte als Sieger – Plan erfüllt, erneut Gold gewonnen.
Fehler gehören zum sportlichen Dasein. Bei einem Kaderturnier hatte der 16-jährige Buchholz gegen Vehapi unlängst gleich mehrere gemacht. Es hatte sich ein technischer Überlegenheitssieg des Südbadeners abgezeichnet – nur ein Punkt fehlte zum frühzeitigen Ende. „Dann hatte ich Glück, hab’ eine Rolle abgefangen und ihn geschultert“, sagt Buchholz. Auf so ein Wagnis wollte er sich bei den aktuellen Titelkämpfen nicht mehr einlassen, arbeitete mit seinem Trainer Kevin Strecker verstärkt an der Abwehr am Boden – bislang die Schwäche des Weilimdorfers. Und die Trainingseinheiten waren erfolgreich. Buchholz, der vor kurzem bei den deutschen U-20-Meisterschaften bereits Silber gewann, ließ sich nicht überraschen. Nach Ablauf der vierminütigen Kampfzeit prangte zwar ein 1:1 auf der Anzeigetafel. Dem SG-Ringer gelang aber die letzte Wertung, weshalb er als Sieger feststand.
Als weitaus einfacher erwies sich im Finale der Nordbadener Keymi Rothweiler. Buchholz, der die elfte Klasse des Weilimdorfer Solitude-Gymnasiums besucht, kämpfte souverän und gewann mit 4:0.
Seit zehn Jahren geht der 1,80 Meter große und im Alltag 81 Kilogramm schwere A-Jugendringer für die SG Weilimdorf auf die Matte. Bis zu neun Trainingseinheiten pro Woche plus Lehrgänge und Turniere stehen auf dem Programm. Als nächstes folgt ein Lehrgang der U-20-Nationalmannschaft, dann ein internationales Turnier im türkischen Antalya, ehe im Juni mit den U-17-Europameisterschaften in Tirana (Albanien) ein Saisonhöhepunkt ansteht. Für Buchholz bereits die zweite EM-Teilnahme. Bei seiner Premiere war im Achtelfinale Schluss, nun hat er sich eine Medaille vorgenommen, mindestens aber „das Erreichen des Halbfinals“. Letzteres wäre gleichbedeutend mit der Qualifikation für die WM im August in Istanbul.
Bei Turnieren startet Buchholz weiterhin für die Farben seiner SG Weilimdorf. In der Mannschaft wird er in der nächsten Saison aber für den Oberligisten TSV Herbrechtingen antreten. Grund: Die Weilimdorfer, die in die Regionalliga aufgestiegen sind, verfügen in Buchholz’ Klasse über „sehr starke Athleten, weshalb ich nun erst mal beim TSV weitere Erfahrungen sammle“, sagt der 16-Jährige, dessen Ziel „die Bundesliga ist“.