Deutsche Meisterschaften im Ringen Goldener Trostpreis nach Olympia-Frust

Gold bei den deutschen Meisterschaften: Weilimdorfs Lucas Lazogianis. Foto: imago/Kadir Caliskan

Die Ringer der SG Weilimdorf und des KSV Musberg gewinnen bei den deutschen Meisterschaften in Elsenfeld fünf Medaillen, darunter eine Frauen-Überraschung.

Zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze. Die Ringer der SG Weilimdorf und des KSV Musberg kehren reich dekoriert von den deutschen Meisterschaften aus Elsenfeld bei Aschaffenburg heim. Die herausragenden Ergebnisse gelangen Lucas Lazogianis (Klasse bis 97 Kilogramm) und Abdolmohammad Papi (bis 63 kg) mit ihren Titelgewinnen jeweils im griechisch-römischen Stil.

 

Für Lazogianis bedeutet der 4:2-Punktsieg im Finale gegen den Sachsen Anton Vieweg (RV Eichenkreuz Lugau) den dritten Erfolg bei nationalen Titelkämpfen im Männerbereich in Serie. Im vergangenen Jahr hatte er am Ende denselben Gegner besiegt. Gleichzeitig ist das Ergebnis für den 23-Jährigen, der in der Bundesliga für die SG Schorndorf ringt, in Einzelwettbewerben aber weiter für seinen Stuttgarter Heimatclub Weilimdorf auf die Matte geht, ein kleiner Trost. Was nach wie vor schmerzt, ist das verpasste Olympiaticket. Im April war der Drittplatzierte der letztjährigen U-23-Weltmeisterschaften bei den Qualifikationswettbewerben in Baku und in Istanbul jeweils nur knapp am großen Ziel gescheitert. „Ich wollte hier eigentlich gar nicht antreten, weil ich sehr deprimiert und auch ein klein wenig verletzt war. Trotzdem freue ich mich sehr über das DM-Triple, auch wenn meine Leistung im Turnier sehr weit von meiner Bestform entfernt war“, sagt Lazogianis.

Ebenfalls Gold gab es für Papi, den gebürtigen Iraner in Diensten des KSV Musberg, der seit 2022 national und international für den Deutschen Ringerbund startet. Ursprünglich kam der heute 36-Jährige als Trainingspartner des dreimaligen Weltmeisters Frank Stäbler zum Filderclub. Aktuell wirbelte er seinen Finalgegner Lukas Benzing (AV Germania Hornberg) nach Belieben über die Matte. Nach gerade einmal gut zwei Minuten wurde das ungleiche Duell zu Gunsten des Meisterschaftsdebütanten Papi abgebrochen.

So erwartet die ersten Plätze von Lazogianis und Papi waren, so überraschend ist derweil die Silbermedaille der Weilimdorferin Lisa Laible bei ihrer ersten nationalen Meisterschaft der Frauen. „Der Landestrainer hatte sie noch gar nicht auf der Rechnung. Ich musste ihn erst kurzfristig darüber aufklären, dass sie mit 16 schon bei den Frauen starten darf“, sagt der Vater und Weilimdorfer Abteilungschef Markus Laible mit einem Schmunzeln.

Seine Tochter, die vor wenigen Wochen bei den deutschen U-17-Titelkämpfen als Zweite die Fahrkarte zur Jugend-Europameisterschaft knapp verfehlte hatte, verblüffte am Samstag dann aber alle. Nach zwei glatten Punktsiegen stand sie als krasse Außenseiterin plötzlich im Finale der 57-Kilogramm-Freistil-Kategorie. Erst in diesem unterlag sie der 15 Jahre älteren Nadine Hemmer (AC Ückerath) durch technische Überlegenheit. Ihre Gegnerin war 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio am Start und beendete mit dem jetzigen Wettkampf ihre Karriere.

Weiteren Jubel in der Familie Laible gab es am Sonntag in den Griechisch-römisch-Konkurrenzen. Zwar musste Paul Laible aufgrund einer Entzündung an Schienbein und Hand kurzfristig auf die Fahrt nach Unterfranken verzichten, dafür bringt sein Bruder Lukas in der Klasse bis 77 Kilogramm Bronze mit. Gleiches gilt für seinen Vereinskollegen Anton Buchholz eine Gewichtsklasse darüber (bis 82 kg). Lukas Laible hatte sich lediglich in seinem Halbfinalkampf zu beugen, in dem er dem späteren Vizemeister Radu Placinta (Hückelhoven) unterlag. Buchholz kämpfte sich nach einer Viertelfinalniederlage über die Hoffnungsrunde noch bis auf Platz drei.

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