Der Frust kocht hoch bei der Deutsche See Fischmanufaktur in Stuttgart-Feuerbach. Beschäftigte sind in den Warnstreik getreten, um gegen das Angebot des Arbeitgebers zu protestieren.

Der Frust ist groß bei den Beschäftigten der Deutsche See Fischmanufaktur. Sie wollen mehr Geld. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) versucht die Forderungen mit dem Arbeitgeber auszuhandeln, doch die ersten drei Tarifverhandlungsrunden brachten keinen Erfolg. Seit Montag wird deshalb gestreikt – am Hauptsitz in Bremerhaven und an vielen der bundesweit 19 Standorte.

 

Auch in Stuttgart-Feuerbach sind die Beschäftigten auf die Straße gegangen. Am Dienstag waren laut NGG-Gewerkschaftssekretär Oliviero Ferretti von den 43 Mitarbeitenden etwa 25 am Streik beteiligt, um gegen den Sparkurs der Geschäftsführung zu protestieren. Eine gute Quote, findet Ferretti, da eine Tarifauseinandersetzung für viele Neuland sei.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt die Deutsche See GmbH mit Sitz in Bremerhaven, dass die Fischmanufaktur insgesamt mehr als 1700 Mitarbeiter in ihren 19 Niederlassungen hat. Viel mehr ist nicht zu erfahren: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu laufenden Tarifverhandlungen derzeit nicht äußern können“, heißt es aus der Presseabteilung.

Die Gewerkschaft NGG ist auskunftsfreudiger: Sie fordert einen Anschlusstarifvertrag mit zwölf Monaten Laufzeit bis 30. September 2026, zwölf Prozent mehr Entgelt, 300 Euro mehr Ausbildungsvergütung sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Grundlage der Forderungen seien insbesondere die Mindestlohnerhöhung seit 1. Januar 2026 und die notwendige Wahrung der Entgeltabstände. „Wer trotz steigender Mindestlöhne, hoher Arbeitsbelastung und großer Verantwortung der Beschäftigten jede echte Verbesserung verweigert, provoziert den Konflikt bewusst“, erklärt NGG-Verhandlungsführer Björn Bauer. „Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht bereit, Reallohnverluste und Perspektivlosigkeit weiter hinzunehmen. Deshalb erhöhen wir jetzt den Druck durch Warnstreiks.“

Gehälter liegen zwischen 2133 und 3152 Euro brutto

Die Beschäftigten in der Fischverarbeitung fordern mehr Geld und bessere Bedingungen für Auszubildende. Foto: imago/teamwork

Der Arbeitgeber habe bislang lediglich einen Inflationsausgleich bei 27 Monaten Laufzeit angeboten. Für die unteren Entgeltgruppen sei lediglich eine Angleichung an den Mindestlohn und für die Auszubildenden nur minimale Anpassungen vorgeschlagen worden, eine unbefristete Übernahme sei abgelehnt worden. „In der dritten Verhandlungsrunde am 28. November 2025 hatte die Geschäftsführung der Deutschen See Fischmanufaktur erklärt, dass es keinen finanziellen Spielraum für Verbesserungen gebe. Weitere Verhandlungsbereitschaft wurde nicht signalisiert“, heißt es bei der Gewerkschaft.

Oliviero Ferretti hofft auf ein Zeichen des Arbeitgebers. Die Beschäftigten würden harte Arbeit leisten, teilweise im Kühlhaus oder/und im Schichtdienst arbeiten. Wenn man die Gehälter in Feuerbach anschaue, lägen diese monatlich zwischen 2133 und 3152 Euro brutto, bei einer Arbeitszeit von 37,5 Stunden. Da müsse sich unbedingt etwas tun.