Deutsche wenden sich chinesischen Autos zu Keine Zeit mehr zum Verschnaufen
Dass immer mehr deutsche Käufer ein chinesisches Auto in Betracht ziehen, muss die hiesige Industrie alarmieren, meint Matthias Schmidt.
Dass immer mehr deutsche Käufer ein chinesisches Auto in Betracht ziehen, muss die hiesige Industrie alarmieren, meint Matthias Schmidt.
Die Stimmung der deutschen Autokäufer dreht sich offenbar schnell. Vor fünf Jahren hat kaum jemand den Kauf eines chinesischen Fabrikats erwogen. Jetzt ziehen es mehr als 40 Prozent in Betracht. Auch wenn die befragten Nutzer des Vergleichsportals Carwow vielleicht überdurchschnittlich experimentierfreudig sein sollten: Es ist eine weitere Warnung für die hiesige Industrie.
Nachdem die chinesischen Newcomer schon ihren heimischen Markt erobert haben, sind sie auf dem Sprung nach Europa. Besonders bedenklich: Die neue Konkurrenz gilt vielen in puncto Elektroantrieb und Software technologisch enteilt. Angesichts der Qualität der Autos von BYD, Great Wall, Nio und anderen, von denen viele die Technik deutscher Zulieferer unter der Haube haben, ist das nicht verwunderlich. Und die Chinesen optimieren ihre Produkte schneller als einst Japaner und Koreaner.
Die deutsche Industrie kann von Glück sagen, dass manch potenziellen Käufer momentan die autoritäre chinesische Politik abschreckt – und dass von dort noch keine echten Billigalternativen kommen, sondern recht hochpreisige Modelle. Zudem halten viele ohnehin noch einen sicheren Abstand zu Elektroautos. Noch bleibt den europäischen Herstellern also Zeit, das Vertrauen der Kunden zu erobern. Aber sie rinnt dahin.