Deutscher Amateurtheaterpreis Glasperlenspiel räumt ab

Von Benjamin Büchner 

Für die Schauspieler des Glasperlenspiels in Asperg ist es eine riesige Überraschung: Sie haben den Deutschen Amateurtheaterpreis in der Kategorie Mundart gewonnen. Zu ihrem Erfolg hat ihnen ein Schwindler verholfen, der eigentlich aus Frankreich kommt.

Um Intrigen und Liebschaften geht es im „schwäbischen Tartüff“, mit dem das Glasperlenspiel den Amateurtheaterpreis gewonnen hat. Foto: Glasperlenspiel/Klaus Muth 9 Bilder
Um Intrigen und Liebschaften geht es im „schwäbischen Tartüff“, mit dem das Glasperlenspiel den Amateurtheaterpreis gewonnen hat. Foto: Glasperlenspiel/Klaus Muth

Asperg - Die Theatergruppe des Glasperlenspiels in Asperg hat den deutschen Amateurtheaterpreis (Amarena) in der Kategorie Mundart gewonnen. In der Endausscheidung haben sich die Amateurschauspieler gegen die Theatervereine aus Pforzheim und Grabenstätt in Bayern durchgesetzt. Gewonnen hat das Ensemble aus dem Kreis Ludwigsburg mit dem Stück „Der schwäbische Tartüff“, das Johann Martin Enderle von Molières Originalvorlage „Tartuffe“ ins schwäbische übersetzt hat.

Die besten aus einer starken Mundart-Szene

„Das ist eine Bestätigung für den Einsatz, den wir hier seit Jahren bringen“, sagte die Schauspielerin Susanne Zehender gestern, die im Tartüff das Dienstmädchen spielt. Die Freude sei riesig und nach der Aufführung am Samstag werde man den Erfolg auf feiern. Von dem hat Autor Johann Martin Enderle noch gar nichts mitbekommen. Er feiert am Dienstag seinen Geburtstag und ist dafür in den Urlaub gefahren.

Der Amarena wird seit 2010 alle zwei Jahre vom Bund der Deutschen Amateur Theater (BDAT) vergeben. Dabei werden immer unterschiedliche Kategorien wie Schauspiel, Jugendtheater, offene Theaterformen oder Seniorentheater aufgerufen. In diesem Jahr stand erstmals die Kategorie Mundart auf dem Programm. „Das ist der Tatsache geschuldet, dass wir unter den deutschen Amateurtheatern eine breite Mundart-Szene haben“, sagt die Sprecherin des BDAT, Katrin Kellermann.

Auch der Vorsitzende der Jury ist in Schwaben bekannt

Umso überraschter sind die Amateurschauspieler aus Asperg, dass sie den Preis gewonnen haben. Regisseurin Rose Kneissler rechnet im Vorfeld mit einem Sieger aus Norddeutschland, wo viele Theatergruppen erfolgreich auf Plattdeutsch spielen. Nach der Vorauswahl setzten sich aber drei Ensembles aus Süddeutschland durch. Deren Aufführungen hat die Jury am vergangenen Wochenende anhand von Videoaufnahmen bewertet. In der Jury waren neben den Vertretern des Amateurtheaterverbands auch professionelle Theaterschaffende vertreten. Vorsitzender war in diesem Jahr zum Beispiel Friedrich Schirmer, der ab der kommenden Spielzeit wieder die Württembergische Landesbühne in Esslingen leiten wird und lange Intendant am Staatstheaters in Stuttgart war.

Für die Schauspieler steht durch den Preisgewinn eine Reise nach Rheinland-Pfalz an. Dort findet im September in Ransbach-Baumbach das Preisträgerfestival statt. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Gruppen am 13. September mit dem Amarena-Award und je 2.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet.

Im Asperger Glasperlenspiel sind bisher erst zwei weitere Aufführungen des „schäbischen Tartüff“ geplant. Am kommenden Freitag, 10.05., um 20 Uhr und am Sonntag, 11.05, um 19 Uhr. Das Stück soll von Herbst an in der neuen Saison aber wieder auf den Spielplan genommen werden.




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