Vom Bioladen in den Supermarkt: Wie ein Unternehmen aus Winterbach nachhaltige Reinigungsmittel in den Mainstream bringt – und dabei ein Vorbild für ganze Branchen wird.
Ein nachhaltiger Wandel zeigt sich selten spektakulär – oft geschieht er leise, kontinuierlich, beinahe unbemerkt. Die AlmaWin Reinigungskonzentrate GmbH mit Sitz in Winterbach ist mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden.
Verliehen wird der Preis an Unternehmen, die in ihrer Branche eine Vorreiterrolle bei der nachhaltigen Transformation einnehmen. In der Kategorie „Wasch- und Reinigungsmittel“ fiel die Wahl dieses Jahr auf das mittelständische Familienunternehmen aus dem Remstal.
Die Jury würdigt AlmaWin als „herausragendes Vorbild für Nachhaltigkeit“ und hebt hervor, dass ökologische Verantwortung frühzeitig und konsequent in alle Geschäftsbereiche integriert worden sei.
AlmaWin setzt seit 30 Jahren auf umweltfreundliche Inhaltsstoffe
Nach eigener Darstellung verfolgt AlmaWin seit über 30 Jahren den Anspruch, umweltfreundliche und zugleich wirksame Reinigungsmittel herzustellen. Das Unternehmen verzichte konsequent auf Mikroplastik, Chlor, optische Aufheller und synthetische Zusatzstoffe. Stattdessen setze man auf pflanzliche Inhaltsstoffe, gentechnikfreie Enzyme und Wirkstoffe wie Orangenterpene oder Waschnussextrakte.
Alle verwendeten Rohstoffe seien ökozertifiziert und entsprächen höchsten Nachhaltigkeitsstandards.
Das Unternehmen spart 350 Tonnen Plastik durch innovative Verpackung
Besonders hervorgehoben wurde von der Jury die Verpackungspolitik: Seit 2015 setze AlmaWin auf Flaschenkörper aus 100 Prozent Rezyklat, Deckel aus 95 Prozent sowie biobasierte Etiketten. Das Konzept sei kontinuierlich weiterentwickelt worden, wodurch laut Unternehmensangaben mehr als 350 Tonnen Neuplastik eingespart wurden.
Auch Graskartons und Verpackungen mit hohem Altpapieranteil seien Teil des Sortiments. Die Jury lobte ausdrücklich den frühzeitigen, systematischen Umgang mit dem Thema Kreislaufwirtschaft.
Nachhaltigkeitspreis: Innovationskraft und Vorbildfunktion im Fokus
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird von einer gleichnamigen Stiftung in Kooperation mit Bundesregierung, Wirtschaftsverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen verliehen. Bewertet werden Innovationskraft, Vorbildfunktion und Transformationspotenzial – jeweils im Branchenkontext.
Die Auszeichnung soll laut Veranstaltern auch Verbraucherinnen und Verbraucher sensibilisieren: Nachhaltigkeit sei längst kein Randthema mehr, sondern ein zentrales Kriterium verantwortungsvollen Wirtschaftens.
AlmaWin setzt auf Ökostrom und dokumentiert Klimafortschritte
AlmaWin selbst verweist auch im Zusammenhang mit dem Produktionsprozess auf einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz: Fertigung mit Ökostrom, Photovoltaik, Wärmerückgewinnung, LED-Technik, Wärmepumpen und Dachbegrünung. Gebäude seien im Niedrigenergiestandard errichtet. Eine jährlich veröffentlichte Klimabilanz dokumentiere die Fortschritte.
Zudem engagiert sich das Unternehmen laut eigenen Angaben in Partnerschaften, etwa mit CleanHub, einem in Berlin ansässigen Unternehmen, das KI-gestützte Technologie einsetzt, um Plastikmüll im Meer zu reduzieren. Auch an Forschungsprojekten zur Entwicklung neuer, biobasierter Rohstoffe sei man beteiligt.
Nachhaltige Reinigungsmittel als wirksame Alternative
Rund 50 Mitarbeitende beschäftigt AlmaWin derzeit. Seine Produkte – Wasch- und Reinigungsmittel sowie Spülmittel – sieht das Unternehmen als Alternative, die Wirksamkeit, Umweltfreundlichkeit und Hautverträglichkeit verbindet.
Mittlerweile sei man nicht nur im Biohandel, sondern auch in vielen Supermärkten vertreten. Die Jury sieht darin ein Beispiel dafür, wie sich Nachhaltigkeit in den Mainstream überführen lässt – und wie ein Unternehmen aus der vermeintlichen Provinz zum Branchenvorbild werden kann.