Der Kampf gegen Antisemitismus lässt sich nicht bei einem Beauftragten abladen, sondern ist eine Aufgabe für jeden Einzelnen, kommentiert unsere Autorin Katja Bauer.

Korrespondenten: Katja Bauer (tja)

Berlin - Nun bekommt das Land also einen Antisemitismusbeauftragten. Sicher sollte man diesen Schritt begrüßen. Denn in Deutschland sind Juden täglich Anfeindungen ausgesetzt, und nicht nur das. Sie werden bedroht und angegriffen. Antisemitische Stereotype sind fest in den Tiefen dieser Gesellschaft verankert, und neuere Formen von Antisemitismus wachsen rasant. Was allerdings ebenso fest verankert bleibt, ist die grenzenlose Gleichgültigkeit. Der Kampf gegen Antisemitismus ist etwas für Gedenkveranstaltungen und Einzelkämpfer, die in jüngerer Zeit als Gutmenschen verlacht, unter Druck gesetzt und bedroht werden. Im Alltag schert Antisemitismus die Mehrheitsgesellschaft nicht.