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Deutschland Es kommt ein Schiff geladen

Auf „Kurs Weihnachtsmärkte Süd“ gleiten die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs fast lautlos über den Rhein.  Foto: A-Rosa Flussschiff
Auf „Kurs Weihnachtsmärkte Süd“ gleiten die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs fast lautlos über den Rhein. Foto: A-Rosa Flussschiff

Viele Städte an Flüssen bieten nicht nur viel Kultur, sondern auch Budenzauber. Ideale Ziele für eine Flusskreuzfahrt.

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Speyer - Vorweihnachtlicher Lichterzauber, Kultur, Schlemmen und Reiseerlebnisse - all diese Sinnesfreuden lassen sich mit einer Flusskreuzfahrt mit einem Schiff der A-Rosa-Flotte verbinden. Von Frankfurt am Main aus heißt es „Kurs Weihnachtsmärkte Süd“, und schon gleiten die Passagiere quasi lautlos durch die Flusslandschaft - vom Main in Frankfurt in den Rhein und dann gen Süden, nach Speyer, Heidelberg und Straßburg. „Unsere Zielgruppe ist anspruchsvoll und definiert sich weniger über das Alter, sondern über die Vorliebe zu Städtereisen, Kultur und Natur“, sagt Christine Cubasch, Sprecherin der A-Rosa Flussschiff GmbH. Den Ansprüchen der Gäste mehr als gerecht wird das Schiff allemal: Die Kabinen sind geräumig, hilfreiche Geister lesen den Passagieren jeden Wunsch von den Lippen ab, und die Küche bietet Gaumenfreuden für jeden Geschmack. Für Bewegung zwischen der Völlerei sorgen die Landausflüge, die genauso gut aufeinander abgestimmt sind wie die Menüs an Bord.

In Speyer umweht der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln vom nahen Weihnachtsmarkt in den Straßen der Altstadt den altehrwürdigen Dom, die größte erhaltene romanische Basilika. Kaiser Konrad II. aus der Dynastie der Salier hatte seinen Bau um 1030 begonnen. Bei der Domweihe anno 1061 zählte Speyer nur 500 Einwohner. Wozu dann ein solch mächtiger Dom? „Er war ein Machtsymbol des Kaisertums, das auch geistliche Macht beanspruchte“, erzählt der Fremdenführer. „Niemals habe ich mich an einem Blick erfreuen können, der solch einen befriedigenden Charme ausstrahlte wie diesen hier“, schwärmte der amerikanische Schriftsteller Mark Twain 1878 von Heidelberg. Dort beobachtete er auch den deutschen Studenten an sich: „Er besucht nur die Vorlesungen, die seinem erwählten Fachgebiet entsprechen, und den Rest des Tages hindurch trinkt er sein Bier, zerrt seinen Hund umher und lässt es sich gut ergehen.“

„Wie soll man ein Volk regieren, das mehr als 400 Käsesorten kennt“

Den Weihnachtsmarkt in Heidelbergs barocker Altstadt hat der Amerikaner leider verpasst: Die Straßen und Gassen funkeln wie Juwelen, und hoch über dem Treiben zeigt sich die beleuchtete Ruine des im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und 1693 zerstörten Schlosses von ihrer romantischsten Seite. Gegenüber der Heiliggeistkirche fällt der Schein unzähliger Kerzen auf das älteste Heidelberger Haus, das 1592 errichtete Hotel Zum Ritter. Den französischen Schriftsteller Victor Hugo riss die dreistöckige, reich verzierte Renaissance-Sandsteinfassade zu Begeisterungsstürmen hin. „Wie soll man ein Volk regieren, das mehr als 400 Käsesorten kennt“, soll Charles de Gaulle einst gestöhnt haben. Weit mehr als nur Käse, fast alles, was die Schlemmergaumen der Grande Nation entzückt, bietet der Straßburger Weihnachtsmarkt. In Sachen Dekoration schießt dieser - genauer gesagt sind es zwölf Märkte, die Straßburgs Zentrum zu einem Lichtermeer vereinen - den Vogel ab.

Hier hängen nicht nur Lichtergirlanden im Freien, sondern sogar Kronleuchter, und die Fassaden schmücken beleuchtete Puppen und Teddybären. Die Altstadt ist optisch zweigeteilt. Um das Münster herum gruppieren sich zwei- bis dreigeschossige Häuser in alemannischer Architektur. Im Zentrum erhebt sich das romanisch-gotische Münster. Sein 142 Meter hoher Nordturm galt bis 1878 als höchstes Bauwerk der Welt. Das französische Viertel um die Place Kléber ist von französischen Gebäuden des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt. Wer „Baden-Baden“ sagt, stottert nicht. Er spricht von der Bäderstadt am südlichen Rand des Schwarzwalds, die auch deshalb Weltruhm erlangte, weil man hier zocken kann. Im rechten Flügel des Kurhauses befindet sich die Spielbank.

Der französische Spielbankpächter Jacques Bénazet hat sie 1855 mit Marmor, Plastiken und prächtigen Lüstern ausgestalten lassen. In diesen Tempel des Glücksspiels kamen illustre Gäste aus aller Welt, Geistesgrößen wie Dostojewski und Gogol. Ihr Kollege Turgenjew fand jedoch in Baden-Baden eine andere Zerstreuung: Er pflegte zarte Bande zur weltberühmten Opernsängerin und Pianistin Pauline Viardot-Garcia. Russen prägen auch heute das Stadtbild, und der Schmuck der vielen Juweliere richtet sich an die Geldbeutel der Oligarchen. Einer von ihnen, der Sammler Alexander Iwanow, hat in Baden-Baden ein Museum gegründet. Es beherbergt Preziosen der Firma Fabergé, Goldschmiede der letzten russischen Zaren. Apropos Gold: Auf der Rückfahrt schickt die Sonne ein Strahlenbündel durch die Abendwolken. Die Konturen eines Sattelschleppers verschwimmen zum Scherenschnitt. So signalisiert der Fluss, dass er der wahre Magier des Lichts auf der Reise ist.

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