Deutschland verliert zum WM-Auftakt in Katar mit 1:2 gegen Japan – und zum Matchwinner avanciert ausgerechnet ein alter Bekannter vom VfB Stuttgart.

Takumo Asano machte einfach das, was er am besten kann. Es lief die 83. Minute im Spiel zwischen Deutschland und Japan, nach einem Freistoß von Ko Itakura landete ein langer Ball im Lauf von Asano. Also lief der 28-Jährige und lief und lief – ehe er aus spitzem Winkel zum 2:1 vollendete. Der allzu passive Nico Schlotterbeck konnte den schnellen Angreifer nicht daran hindern, Deutschland den WM-Auftakt gehörig zu vermasseln. Zuvor hatte der Freiburger Ritsu Doan Manuel Neuer zum 1:1 überwunden.

„Das ist natürlich ein Moment, von dem man immer träumt“, sagte Doan später, als die Emotionen ein Stück heruntergekühlt waren. „Es war ein tolles Spiel für uns. Deutschland hatte große Chancen, aber wir sind viel gelaufen und haben bis zum Schluss gekämpft. Ich denke, es war am Ende ein verdienter Sieg.“

„Ein Moment, von dem man immer träumt“

Für den 24-Jährigen war es die erste Teilnahme bei einem Großturnier. Genauso für Asano, seit vergangenem Jahr in Diensten des VfL Bochum. Und Fans des VfB Stuttgart noch gut bekannt aus seiner Zeit am Neckar. Von 2016 bis 2018 war das, als der Japaner nicht die allergrößten Spuren hinterließ. Mit einer Ausnahme: Im Derby gegen den Karlsruher SC im Frühjahr 2017 lief der pfeilschnelle Stürmer zu großer Form auf und erzielte beim 2:0 beide Tore.

Als Asono gegen den Karlsruher SC zum Derbyhelden für den VfB wurde

Danach war es mit Asanos Herrlichkeit in Stuttgart aber vorbei. Die Wege trennten sich, ehe Asano über Hannover 96 und Partizan Belgrad beim VfL Bochum landete. Sich zu einem soliden Bundesligastürmer entwickelte – und spätestens seit seinem Siegtreffer gegen Deutschland allen deutschen Fans ein Begriff sein dürfte.

Mit seinem Auftritt am Mittwoch stahl er den Stars der Blue Samurai die Show – etwa Wataru Endo. Dieser spielte gegen die DFB-Elf lange Zeit eher unauffällig. Nicht so präsent zumindest, wie man ihn vom VfB kennt. Was auch daran lag, dass Japan eine Halbzeit lang kaum zur Entfaltung kam und vornehmlich damit beschäftigt war, den Weltmeister von 2014 vom Tor fernzuhalten. Was nicht immer gelang. Nach der Pause bekam der 29-Jährige die deutschen Angreifer im defensiven Mittelfeld dann besser in den Griff und durfte bei seiner WM-Premiere am Ende jubeln. Genauso wie Hiroki Ito übrigens, der zweite VfB-Profi in Reihen der Asiaten. Zu einem Einsatz reichte es für Ito allerdings nicht.

Japan-Coach sieht in Bundesliga-Erfahrung Grund für „historischen Sieg“

Trainer Hajime Moriyasu sah in der großen Bundesliga-Erfahrung seines Kaders einen Grund für den „historischen Sieg“ gegen die deutsche Mannschaft. „Viele Spieler sind nach Deutschland gegangen, um dort ihre Fähigkeiten auszubauen. Und diese haben sie heute gezeigt“, sagte Moriyasu.

Neben Doan, Asano, Endo und Ito stehen in Daichi Kamada (Eintracht Frankfurt), Ko Itakura (Borussia Mönchengladbach), Maya Yoshida (Schalke 04) und Ao Tanaka (Fortuna Düsseldorf) weitere Deutschlandlegionäre im Kader des viermaligen Asienmeisters. „Es gibt so viele tolle Menschen und Spieler in Deutschland, die zur Entwicklung des japanischen Fußballs beigetragen haben. Und wir wollen weiter von Deutschland lernen“, ergänzte Moriyasu.

Was aus deutscher Sicht wie ein ziemlich schwacher Trost klang.