Deutschlands versunkene Schätze Der Goldschatz der Nazis

Von  

Vor und während des Zweiten Weltkriegs raubten die Nationalsozialisten unschätzbare Werte – Geld, Gold, Gemälde. Dieses Raubgold ist nicht der einzige Schatz in Deutschland, um den sich Mythen ranken.

Rund zwei Drittel des von den Nationalsozialisten geraubten Goldes (schätzungsweise 337 Tonnen, Symbolfoto) konnten von den drei alliierten Siegermächten Großbritannien, Frankreich und den USA an die Ursprungsländer zurückgegeben werden. Foto: dpa
Rund zwei Drittel des von den Nationalsozialisten geraubten Goldes (schätzungsweise 337 Tonnen, Symbolfoto) konnten von den drei alliierten Siegermächten Großbritannien, Frankreich und den USA an die Ursprungsländer zurückgegeben werden. Foto: dpa

Stuttgart - Die jüngere deutsche Vergangenheit hat für Schatzsucher einiges zu bieten – wie den sagenumwobenen Nazi-Goldschatz. Dabei handelt es sich um Wert- und Vermögensgegenstände, die die Nationalsozialisten vor allem jüdischen Bürgern geraubt hatten.

Das Nazi-Gold – die Mythen

Der Verbleib des Raubgoldes ist bis heute ungeklärt. Angeblich soll Adolf Hitlers Privatsekretär Martin Bormann das Raubgold in den letzten Kriegstagen im Toplitzsee im österreichischen Salzkammergut beziehungsweise im Walchensee bei Bad Tölz im oberbayerischen Mittenwald versteckt haben. Vergeblich suchten Taucherteams im Jahr 2000 im Toplitzsee und 2013 im Stolpsee im Norden Brandenburgs nach den angeblich versunkenen Schätzen.

Nicht viel besser erging es den beiden Hobbyschatzsuchern Andreas Richter und Piotr Koper. 2016 gruben sie in einem alten Eisenbahnstollen zwischen Walbrzych (Waldenburg) und Wroclaw (Breslau) in Polen. Hier soll ein deutscher Panzerzug mit Nazi-Gold aus dem Zweiten Weltkrieg verschüttet liegen, in dem die Nationalsozialisten Raubgut vor der Sowjet-Armee versteckt haben sollen.

Gefunden hat das deutsch-polnische Duo nichts. Nachdem sich Richter und Koper zerstritten hatten, gingen sie im August 2018 getrennte Wege.

Das Nazi-Gold – die Fakten

Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen. In Europa war der Zweite Weltkrieg damit beendet. Bis in die letzten Kriegsmonate hatte die Reichsbank in Berlin Raubgold verkauft – so an die Schweizerische Nationalbank.

Im Frühjahr 1945 stellte die 3. US-Armee unter General George S. Patton einen großen Teil des Goldes der Reichsbank sicher: einige 100 Tonnen Gold in zugemauerten Stollen einer Kaligrube im thüringischen Merker sowie in Verstecken in Bayern und in Filialen der Reichsbank.

Sechs Tonnen Gold, die auf Schloss Fuschl in Österreich deponiert waren, wurden gegen Kriegsende von den Nazis in Bad Gastein und Hintersee versteckt und später von amerikanischen Truppen entdeckt. Auch nach Argentinien soll angeblich Raubgold mit U-Booten verschifft worden sein. Beweise dafür gibt es aber nicht.

Rund zwei Drittel des von Nazi-Deutschland geraubten Goldes (schätzungsweise 337 Tonnen) konnten bis 1996 durch die damit beauftragte „Tripartite Gold Commission“ (TGC) an die Ursprungsländer zurückgegeben werden. Die TGC war eine Einrichtung der drei alliierten Siegermächte Großbritannien, Frankreich und den USA in Brüssel, die 1946 gegründet wurde.