DFB-Elf testet in Polen Heimspiel für den ewigen Klose

Miroslav Klose bejubelt sein Tor gegen Österreich. Foto: dpa 3 Bilder
Miroslav Klose bejubelt sein Tor gegen Österreich. Foto: dpa

In seinem 112. Länderspiel tritt Miroslav Klose erstmals in seinem Geburtsland Polen an. Und ist dabei weiter auf Rekordjagd.      

Sport: Marko Schumacher (schu)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Danzig - Schweren Herzens hat Miroslav Klose seine Verwandtschaft zuletzt vernachlässigt. Seit fünf Jahren ist er nicht mehr in Polen gewesen, weil er als Fußballer wenig Zeit gehabt hat und im Urlaub lieber in den Süden gefahren ist.

So trifft es sich gut, dass es ihn jetzt wie Lukas Podolski dienstlich in die alte Heimat verschlägt, zwar nicht nach Schlesien, wo er die ersten acht Jahre gelebt hat, sondern nach Danzig in Pommern - aber immerhin.

Erstaunlicherweise ist es das erste Mal überhaupt, dass Klose in Polen antritt. Nicht mit Kaiserslautern hat er hier gespielt, nicht mit Werder Bremen oder den Bayern, und schon gar nicht mit der Nationalmannschaft.

Man hätte Klose beinahe aus den Augen verloren

Zehn Jahre und 111 Länderspiele hat er darauf warten müssen, am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) ist es so weit - und der Angreifer sagt: "Ich freue mich sehr auf das Spiel - noch mehr aber freue ich mich auf die Europameisterschaft im nächsten Jahr."

Dann wird Klose zwar schon 34 Jahre alt sein, doch deutet wenig darauf hin, dass ihn das Alter davon abhalten wird, auch beim sechsten großen Turnier der Mittelstürmer der DFB-Auswahl zu sein.

Man hätte Miroslav Klose zuletzt ja beinahe etwas aus den Augen verloren. In der Nationalmannschaft waren es in den vergangenen Monaten Leute wie Mesut Özil oder Mario Götze, die ein ganzes Land in Verzückung versetzt haben; beim FC Bayern zog Mario Gomez mit seinen vielen Toren an ihm vorbei, was dazu führte, dass Klose im Sommer seinen Platz auf der Münchner Reservebank gegen einen Vertrag bei Lazio Rom eingetauscht hat.

Klose, der Mann für die Kopfballtore

All das jedoch ändert nichts daran, dass seine Zeit im DFB-Team noch längst nicht vorüber ist. Er kenne keinen anderen Spieler, hat der Bundestrainer Joachim Löw dieser Tage gesagt, "der dies ausgeprägte Fähigkeit hat, in seinen Körper hineinzuhören und einzuschätzen, was er braucht".

Klose ist so etwas wie das letzte Relikt einer längst vergangenen Fußballzeit. Als er im März 2001 sein erstes Länderspiel bestritt, hießen seine Mitspieler Jancker, Ramelow oder Rehmer, und die Strategie bestand darin, hinten dicht zu halten und vorne ein Kopfballtor zu schießen.




Unsere Empfehlung für Sie