DFB-Pokal Schwache Kölner mogeln sich dank Horn in Runde zwei

Von red/sid 

Eine Zeit lang stand der 1. FC Köln im DFB-Pokal gegen Wehen Wiesbaden mit dem Rücken zur Wand. Doch am Ende rettete Torwart Timo Horn die Geißböcke.

Timo Horn hält einen Elfmeter gegen den SV Wehen Wiesbaden. Foto: Bongarts/Getty Images
Timo Horn hält einen Elfmeter gegen den SV Wehen Wiesbaden. Foto: Bongarts/Getty Images

Wiesbaden - Schwach begonnen, kurz geglänzt, wieder nachgelassen und am Ende doch gejubelt: Mit ganz viel Schatten und wenig Licht ist der 1. FC Köln in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Bundesliga-Aufsteiger gewann die Zitterpartie beim Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden mit 3:2 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 (2:2, 2:0) gestanden. FC-Torwart Timo Horn wurde mit drei gehaltenen Elfmetern zum Held des Abends. Trotz des Erfolges hat Köln eine Woche vor dem Ligastart beim VfL Wolfsburg noch viel Arbeit vor sich.

Jhon Cordoba (39.) erzielte per Kopf die Führung für den viermaligen Pokalsieger, der drei der letzten vier Vorbereitungsspiele verloren hatte. Mit einem herrlichen Seitfallzieher erhöhte Florian Kainz (42.) noch vor der Pause. Ebenfalls mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten glich Jeremias Lorch (53./56.) aber für den Außenseiter aus. In der Verlängerung brachte FC-Joker Louis Schaub (107.) sechs Minuten nach seiner Einwechslung den Favoriten erneut in Front, ehe Daniel Kyereh (118.) das Elfmeterschießen erzwang.

Wiesbadener leisten sich weniger Fehlpässe

„Es gibt in der ersten Runde fast kein schwierigeres Los als einen Zweitligisten“, hatte der neue Kölner Trainer Achim Beierlorzer vor der Partie gewarnt. Seine Vermutung sollte sich vor allem in der Anfangsphase bewahrheiten.

Die Gastgeber, mit zwei knappen Niederlagen in die Zweitliga-Saison gestartet, waren häufig einen Schritt schneller und leisteten sich in der Offensive deutlich weniger Fehlpässe als der Favorit. Trotzdem blieb Beierlorzer positiv, mit aufbauenden Gesten sprach er seinen schwachen Schützlingen Mut zu - und das zahlte sich aus.

Nach einer halben Stunde zog Köln vor 8.000 Zuschauern erstmals eine Art Powerplay auf, den zwei unauffälligen FC-Angreifern Anthony Modeste (29.) und Cordoba (33.) fehlten bei den ersten Abschlüssen aber noch wenige Zentimeter zur Führung. Dass der Ball kurze Zeit später dann gleich zweimal im Tor landete, sorgte nicht nur bei Beierlorzer für Erleichterung

Auch im zweiten Durchgang kommt Wiesbaden besser ins Spiel

Der 51-Jährige, im Sommer mit viel Vorschusslorbeeren vom Zweitligisten Jahn Regensburg in die Domstadt gekommen, berief in Kingsley Schindler, Kingsley Ehizibue sowie Birger Verstraete drei Neuzugänge in die Startelf. Das Trio deutete in einigen Szenen an, sich in den kommenden Monaten tatsächlich auch als Verstärkung zu entpuppen. 

Verstraete besaß im zentralen Mittelfeld zahlreiche Ballkontakte und versuchte, das Spiel der Kölner zu ordnen. Der schnelle Schindler bat sich immer wieder auf der rechten Außenbahn an und Ehizibue klärte nach 123 Sekunden die erste brenzlige Situation akrobatisch.

Auch im zweiten Durchgang kamen die Gastgeber besser aus der Kabine, Lorch nutzte zuerst den Abpraller von Kölns Torhüter Timo Horn zum Anschlusstreffer. Kurz danach half ihm der Innenpfosten zum Ausgleich.

Nach rund 70 Minuten hatten sich die Kölner von diesem Schock erholt, der starke Ehizibue zwang den Wiesbadener Torhüter Lukas Watkowiak mit einem Fernschuss zu einer Flugeinlage (71.). In der dritten Minute der Verlängerung traf FC-Torjäger Simon Terodde nur das Aluminium, ehe Schaub und Daniel Kyereh für ihre Farben trafen.