Pflichtaufgabe erfüllt. In der ersten Pokalrunde gewinnt der VfB mit 2:1 beim SV Wehen Wiesbaden. Ermin Bicakcic fällt verletzt aus.

Wiesbaden - Am Ende ist beim Warten auf dem Schlusspfiff jedes Mittel recht gewesen. Der VfB-Torhüter Sven Ulreich ließ sich vor dem Abschlag sehr viel Zeit; der Spielmacher Tamás Hajnal schritt bei seiner Auswechslung gemächlichen Schrittes zur Seitenlinie; der zurückgeeilte Stürmer Pavel Pogrebnjak köpfte den Ball aus dem eigenen Strafraum. Dann war es geschafft, dann war das Spiel vorbei und die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht.

 

Mit dem 2:1-(1:1-)Arbeitssieg beim SV Wehen Wiesbaden, dem Aufstiegsaspiranten der dritten Liga, hat der VfB seine Pflichtaufgabe erfüllt – glanzlos zwar, aber das interessierte niemanden. Viel wichtiger war, dass die Stuttgarter einen erneuten Stolperstart zumindest vorläufig vermieden haben und vor dem Ligaauftakt gegen Schalke 04 das erhoffte Erfolgserlebnis feiern durften. „Es war ein typisches Pokalspiel“, sagte der dänische Neuzugang William Kvist: „Das Wichtigste ist, dass wir in der nächsten Runde stehen.“

Improvisation in der Abwehr

Aufgrund gewaltiger Verletzungssorgen hatte der VfB-Trainer Bruno Labbadia im ersten Pflichtspiel der Saison in der Abwehr kräftig improvisieren müssen. In Matthieu Delpierre, Georg Niedermeier und Serdar Tasci fielen drei Innenverteidiger aus, zudem fehlte der gesperrte Khalid Boulahrouz. Also bildeten Ermin Bicakcic und der mexikanische Neuzugang Maza das Innenverteidigerduo – zwei Spieler also, die dafür ursprünglich gar nicht vorgesehen waren. Maza sollte langsam an höhere Aufgaben herangeführt werden; und in Falle von Bicakcic überlegte sich der VfB noch vor nicht allzu langer Zeit einen Transfer.

Nun jedoch war ausgerechnetder 21-Jährige einer der Hauptdarsteller: Dank ihm gelang dem VfB das, was sich alle gewünscht hatten: die frühe Führung. Im Anschluss an eine Ecke von Hajnal staubte Bicakcic aus kurzer Distanz zum 1:0 ab (5.). Es war sein erster Treffer für den VfB, entsprechend ausgelassen war sein Jubel – doch bald sollte sich zeigen, dass Freud und Leid im Fußball häufig sehr nah beieinander liegen. Bei einem Zweikampf verdrehte sich Bicakcic das Knie und musste mit einer Innenbandverletzung vom Feld (30.).

Foulelfmeter zum 1:1

Immer dramatischer werden dadurch die Probleme in der Innenverteidigung, in der am Freitag die allerletzte Alternative, der erst 18-jährige Patrick Bauer, sein Debüt gab. Zu diesem Zeitpunkt war die VfB-Führung bereits Geschichte. In der 28. Minute verwandelte Zlatko Janjic einen Foulelfmeter zum 1:1. Zuvor hatte Kvist mit sehr ungeschicktem Einsteigen Marco Sailer zu Fall gebracht – und räumte hinterher unverhohlen ein: „Das war mein Fehler.“

Der Ausgleich war nicht unverdient, da der VfB das Spiel zwar in der Anfangsphase klar dominiert, anschließend jedoch die Kontrolle verloren hatte. „Wenn man nachlässt, bekommt man auch gegen so einen Gegner Probleme“, sagte Zdravko Kuzmanovic.

Wieder eine Standardsituation

Zu Beginn der zweiten Hälfte erhöhte der VfB wieder die Schlagzahl und ging zum zweiten Mal in Führung, der erneut eine Standardsituation vorausging: Einen Freistoß von Hajnal verlängerte Kuzmanovic mit dem Kopf ins Toreck (50.). Viel Glück hatte der VfB im Gegenzug, als Nikolas Ledgerwood mit einem Distanzschuss nur den Pfosten traf und Thorsten Burkhardt den zurück prallenden Ball meterweit übers leere Tor schoss. Der eifrige Martin Harnik wiederum vergab anschließend gleich dreimal die mögliche Vorentscheidung: Erst schoss er von halbrechts knapp am Wehener Tor vorbei (68.), zehn Minuten später drüber und schließlich den Torwart Michael Gurski an (89.). Am Ende gehörte auch das zu den Dingen, die niemanden mehr groß interessierten.

Wehen Gurski – Schimmel , Herzig, Mann , Bieler (18. Janjic) – Burkhardt (60. Christ), Hübner – Ledgerwood, Sailer (57. Smeekes), Mintzel – Bouhaddouz.

VfB Ulreich – Celozzi, Bicakcic (30. Bauer), Maza, Molinaro – Kvist, Kuzmanovic – Harnik, Hajnal (86. Traoré), Gentner – Cacau (78. Pogrebnjak).

Schiedsrichter Hartmann (Wangen).

Zuschauer 11.600.

Tore 0:1 Bicakcic (5.), 1:1 Janjic (28./Foulelfmeter), 1:2 Kuzmanovic (50.).