Nick Woltemade erlebte in Köln einen überschaubaren Abend, wurde ausgepfiffen bei seiner Auswechslung. Das sagen seine Mitspieler dazu.
Nick Woltemade hat zurzeit einen schweren Stand. Zunächst in den Duellen mit Paddy McNear auf dem Platz und später während seiner Auswechslung beim Publikum. Doch der Reihe nach. Der Ex-Stürmer des VfB Stuttgart kam beim 3:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Nordirland ganz gut in die Partie. Er setzte nach einem Ballverlust nach und bereitete so die frühe Führung durch Serge Gnabry vor (7.). Danach verpasste der 23-Jährige zweimal die Möglichkeit, selbst zum Torabschluss zu kommen. Er wirkte nur noch bemüht, die Beine schienen schwer und die ursprüngliche Leichtigkeit in seinem Spiel fehlte.
Wieder einmal im Trikot der Nationalmannschaft. Denn noch ist Woltemade im vierten A-Länderspiel den Beweis schuldig geblieben, nach seinem kometenhaften halben Jahr in der Bundesliga und bei der U-21-EM in die internationale Klasse aufsteigen zu können. Vielmehr spürt der lange Angreifer die Bürde seines spektakulären Wechsels zu Newcastle United. Wochenlang zog sich das Transfertheater mit dem FC Bayern hin, ehe er überraschend für bis 90 Millionen Euro in die englische Premier League ging.
Nun wird Woltemade anders wahrgenommen. Nicht nur bei den Verteidigern, sondern vor allem bei den Fans hierzulande. In Köln wurde er ausgepfiffen, als er nach einer Stunde vom Platz trottete. Für ihn kam Maximilian Beier. 1:1 hieß es zu diesem Zeitpunkt und an dem Mittelstürmer machte sich die Unzufriedenheit mit dem zähen, deutschen Spiel fest. Nicht gerechtfertigt, da ja auch andere Nationalspieler nach der Führung nachließen. Weshalb sich das Team nach den weiteren Toren von Nadiem Amiri und Florian Wirtz hinter Woltemade stellte.
„Ich halte nichts davon, ihn auszupfeifen. Er ist ein junger Spieler, der gerade eine schwierige Phase durchgemacht hat. Mit vielen Wechselthemen, hin und her“, sagte Amiri. Woltemade sei „nach England geflogen und jetzt wieder hierhin. Es ist nicht einfach“, meinte der Mainzer: „Man muss sich in seine Lage versetzen, das machen nicht viele. Ich finde es schade - aber so ist der Fußball.“
Ähnlich argumentierte Pascal Groß. Der Dortmunder betonte zwar die Pfiffe nicht wahrgenommen zu haben. Aber so etwas fände er generell „nie gut. Weil er einer von uns ist, ein Spieler, der alles gibt, die deutschen Farben vertritt. Da sollten wir alle hinter stehen.“