DGB-Demo in Stuttgart Gewerkschaftler stellen sich gegen rechts

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Rund 100 Menschen sind zur Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds auf dem Stuttgarter Karlsplatz gekommen. Redner und Teilnehmer positionierten sich klar gegen rechts sowie die Demos auf dem Cannstatter Wasen.

Trotz strömenden Regens haben sich mehrere Gewerkschaften, andere Initiativen sowie Privatpersonen auf dem Karlsplatz versammelt. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner 8 Bilder
Trotz strömenden Regens haben sich mehrere Gewerkschaften, andere Initiativen sowie Privatpersonen auf dem Karlsplatz versammelt. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner

Stuttgart - Es war kein angenehmes Wetter, um auf die Straße zu gehen. Trotzdem sind am Samstagmittag rund 100 Menschen zur Versammlung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gekommen – ausgestattet mit Regenschirmen, Regenjacken und Regenhosen. Und obwohl dies keine Auflage war, trugen die allermeisten Teilnehmer einen Mund-Nasen-Schutz. Anlass der Kundgebung mit dem Titel „Für mehr soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung unter den Menschen“ auf dem Stuttgarter Karlsplatz war der 71. Geburtstag des Grundgesetzes.

„Kann nur vor ‚Widerstand 2020’ warnen“

Redner und Teilnehmer positionierten sich klar gegen rechts sowie die Großdemos der vergangenen Wochen auf dem Cannstatter Wasen. Zwar würden die Menschen aktuell Einschnitte in ihre Grundrechte erleben, doch die Unversehrtheit des Lebens sei eine wichtige Präambel, betonte Martin Kunzmann, der Landesbezirksvorsitzende des DGB. „Ich kann nur davor warnen, Bewegungen wie ‚Widerstand 2020’ zu unterstützen.“ Rechtsnationale, Reichsbürger, Antisemiten sowie sogenannte Verschwörungstheoretiker würden die Gunst der Stunde nutzen, um Propaganda und Hassbotschaften zu verbreiten. „Diejenigen, die zu den Demos gehen, nehmen wissend in Kauf, dass sie mit den Rechten demonstrieren. Damit machen sie sich zu Steigbügelhaltern für die Feinde der Demokratie.“

Nicht etwa der Mundschutz oder die Einschränkung von Freiheitsrechten sei die schlimmste Folge des Virus, sondern die „jahrelangen Versäumnisse im Gesundheitswesen“, der Pflegenotstand, die fehlende Unterstützung von Familien oder dass Kellner oder Friseure nicht vom gesetzlichen Kurzarbeitergeld leben könnten. „Unser Grundgesetz verpflichtet uns zum sozialstaatlichen Handeln“, sagte Kunzmann.

Grundgesetz werde zur Spaltung genutzt

Die Vorsitzende des Stadtjugendrings Stuttgart, Filippina Manou, äußerte sich ähnlich: „Die vergangenen Wochen haben die Bedeutung des Grundgesetzes stärker denn je gezeigt.“ Und plötzlich werde das Grundgesetz genutzt, um zu spalten. Man müsse sich vor Augen führen, dass früher und auch heute Menschen mit „weitaus größeren Schwierigkeiten zu kämpfen hätten als mit den Vorsichtsmaßnahmen zum Allgemeinwohl“. Als Beispiele nannte sie Rassismus oder Adultismus, also dass junge Menschen nicht ernst genommen würden.

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