DGB-Kundgebung in Sindelfingen Mai-Demonstration für sichere Arbeitsplätze
Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ ziehen bei der 1. Mai-Kundgebung rund 600 Teilnehmer durch Sindelfingen.
Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ ziehen bei der 1. Mai-Kundgebung rund 600 Teilnehmer durch Sindelfingen.
Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen durch die Sindelfinger Innenstadt und versammelten sich anschließend zur Kundgebung auf dem Marktplatz bei der 1. Mai-Demonstration. Hauptanliegen waren dabei die Sicherung von Arbeitsplätzen und Sozialstaat sowie die Entlastung in Krisen- und Kriegszeiten. „Ola, raus mit der Asche“, forderte Hauptrednerin Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, von Mercedes-Chef Ola Källenius unter Verweis auf die von der Bundesregierung beschlossene, steuerfreie 1000-Euro-Entlastungsprämie.
Am 1. Mai gehen traditionell der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften in Sindelfingen auf die Straße. Das Motto in diesem Jahr: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Arbeitsplätze geraten unter Druck, Standorte werden verlagert, soziale Sicherheit wird infrage gestellt. Gleichzeitig sollen Beschäftigte mehr leisten, länger arbeiten und mit weniger auskommen. „Das machen wir nicht mit“, so Okan Özkan, stellvertretender Kreisvorsitzender des DGB Böblingen und Betriebsrat am Mercedes-Benz-Standort Sindelfingen.
Die wirtschaftliche Flaute werde gerade genutzt, um einmal mehr soziale Errungenschaften für die Bevölkerung zu schmälern. Der DGB stellt klar: Die Beschäftigten tragen nicht die Verantwortung für Krisen, Managementfehler oder fehlende Investitionen. Sie halten die Wirtschaft am Laufen – Tag für Tag, Schicht für Schicht. Gerade in einem so stark exportorientierten Landkreis wie Böblingen fordert der DGB: Arbeitsplätze sichern, in die Zukunft investieren, Sozialstaat rund um Rente und Gesundheit verteidigen. Verantwortung gehört dorthin, wo Gewinne entstehen. „Die Lage ist ernst. Viele von uns spüren das ganz konkret im Alltag. Wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Preise, internationale Konflikte – all das hinterlässt Spuren“, sagte Okan Özkan.
Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zeige ein klares Muster: Die Transformation der Wirtschaft wird zu oft nicht für gute Arbeit genutzt, sondern geht mit Stellenabbau, Verlagerungen und steigendem Druck in den Betrieben einher. Während Vermögen weiter wächst und sich Dax-Aktionäre über Rekord-Dividenden freuten, kämpften Beschäftigte um Jobs, Einkommen und ihre Zukunft. „Die Beschäftigten in Deutschland sind weder faul, noch brauchen sie den Ratschlag, mehr Spaß an ihrer Arbeit zu haben. Die Menschen in den Betrieben sind der einzige Grund, warum dieser Laden überhaupt noch läuft“, stellte Barbara Resch klar. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb, statt bei Rente und Gesundheit den Rotstift anzusetzen, hohe Vermögen stärker zu besteuern.
Weitere Redner verdeutlichten die Perspektive von Lehrern, aber auch jungen Leuten. „Nein zu Aufrüstung und Zwangsdiensten“, bekräftigte Teodros Teklu. Junge Menschen bräuchten Perspektiven, weshalb der Jugendausbildungsvorsitzende von Mercedes-Benz in Sindelfingen „mehr Mittel in Investitionen und Ausbildung“ verlangt.