Diakonie-Journalistenpreis Preis für Hilke Lorenz

Von StZ 

Die StZ-Autorin Hilke Lorenz erhält für Berichte über die bedrückenden Zustände in Kinderkurheimen den Journalistenpreis der Diakonien Baden und Württemberg.

Viele Kinder haben keine guten Erinnerungen an die Kuren, die bis in die 1980er-Jahre üblich waren. Foto:privat Foto: /Andreas Weise
Viele Kinder haben keine guten Erinnerungen an die Kuren, die bis in die 1980er-Jahre üblich waren. Foto:privat

Stuttgart - „Ausgeliefert“ – so lautet die Überschrift der Reportage, für die Hilke Lorenz den mit 3000 Euro dotierten Diakonie-Journalistenpreis 2020 erhält. Die 58-jährige Autorin schildert darin die Erinnerungen einer Frau an eine sechswöchige Kinderkur in Bad Friedrichshall 1975, die vom erniedrigenden Drill der damaligen Betreuer geprägt sind. „Der Beitrag ist fesselnd geschrieben, zwingt zum Nachdenken über ungeheuerliche Vorgänge und bringt endlich in die Öffentlichkeit, was die Betroffenen Jahrzehnte ihres Lebens mit sich herumtragen“, so begründet die Jury die Preisvergabe in der Kategorie Print. In einem wenig später erschienen Beitrag der Autorin kommen damalige Erzieherinnen und weitere „Verschickungskinder“ zu Wort, zudem hat Hilke Lorenz mehrfach über die beginnende Aufarbeitung des Themas berichtet. Die Preisverleihung findet am 2. Dezember in Karlsruhe statt.

Der Preis in der Kategorie Fernsehen geht an Sebastian Georgi und Markus Henssler für die SWR-Dokumentation „Im Alter einsam? Muss nicht sein!“. Beim Hörfunk wurden die Beiträge „Der Abschied vom perfekten Kind“ von Sabine Brütting und „Nebenkläger im Mordprozess“ von Verena Neuhausen (beide SWR) ausgezeichnet. Den Online-Preis erhalten Lisa-Marie Jeschina und Jasmin Larmache von „Focus online“ für die Reportage „„Brüder leiden an seltenem Gendefekt“, die das Engagement eines alleinerziehenden Vaters in Böblingen für seine behinderten Söhne beschreibt.




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