Diakonie Stetten Mika zeigt, was in ihm steckt – Junger Mann mit Down Syndrom ist erfolgreicher Sportler

, aktualisiert am 20.03.2025 - 15:52 Uhr
Mika mit seinen beiden Schwestern – die Freude über die Goldmedaillen ist für alle überwältigend. Foto: privat

Mika Burk hat das Down-Syndrom und arbeitet in den Remstal-Werkstätten der Diakonie Stetten. Und dann hat der 25-Jährige noch eine große Leidenschaft für Sport. Eine Erfolgsgeschichte zum Welt-Down-Syndrom-Tag.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Auf ihren „Goldjungen“ ist die Diakonie Stetten stolz. Gemeint ist Mika Burk, der eine große Leidenschaft für Sport hat und schon viele Medaillen von Wettkämpfen mit nach Hause gebracht hat. Ob bei den Special Olympics Winter- und Sommerspielen oder den Special Olympics Weltspielen in Berlin: Der 25-Jährige hat in verschiedenen Disziplinen – unter anderem in Leichtathletik, im Staffellauf oder beim Kugelstoßen – gezeigt, was in ihm steckt.

 

Dass er das Down-Syndrom hat, könnte man bei der Erfolgsgeschichte glatt vergessen, soll man aber gar nicht – besonders nicht an diesem Freitag, 21. März, dem Welt-Down-Syndrom-Tag. Denn nicht nur, aber besonders an diesem Tag ist es den Verantwortlichen der Diakonie Stetten wichtig, von Menschen wie Mika zu erzählen, die trotz ihrer Behinderung mitten im Leben stehen und Großes erreichen. Dabei zieht sich die Begeisterung für Sport bei dem 25-Jährigen durch sein Leben wie ein Roter Faden.

Seit vielen Jahren nutzt Mika Burk inklusive Sportangebote

Seit vielen Jahren nutzt er inklusive Sportangebote, liebt aber ebenso das Training mit seinen Freunden aus dem Verein 46Plus Down-Syndrom Stuttgart. Bereits als Kind war Mika Burk mit seiner Mutter in Waiblingen-Beinstein im Kinderturnen. „Ich bin schon immer beim Verein 46Plus in der Sportgruppe mit meinen Freunden. Da gehe ich donnerstags hin. Außerdem war ich eine Zeit lang in Waiblingen beim VfL trainieren. Alle drei Wochen bin ich außerdem noch beim Pfiff-Training des VfB“, erzählt Mika Burk, dessen ganze Familie fest in einem Sportverein integriert ist.

Das liegt Mikas Mama Christina sehr am Herzen. Sie sagt: „Mika kommt zurzeit einmal in der Woche mit mir und einer meiner Töchter zum Fitmix mit. Dort machen wir Zirkeltraining und andere Übungen. Er geht sehr gerne zum Sport des Vereins 46Plus. Der soziale Aspekt ist mir dabei besonders wichtig.“ Ihrem Sohn bedeute der Sport viel, auch wenn er manchmal einen kleinen Schubs benötige. „Ich finde es aus gesundheitlichen Gründen sehr wichtig, dass Mika Sport macht. Er geht eigentlich auch sehr gerne, nur manchmal hat er einfach keine Lust und da muss ich ihn dann schon ein wenig animieren“, sagt Christina Burk und lacht. Sie weiß, dass sie stolz auf ihn sein kann, weil Inklusion im Sport auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist. Doch für Mika Burk ist sie gelebter Alltag.

 

Apropos: Wenn er nicht gerade versucht, die nächste Goldmedaille einzuheimsen, arbeitet der junge Mann in den Remstal-Werkstätten der Diakonie Stetten. Parallel freut er sich aber auch schon auf den nächsten Wettkampf, die Special Olympics in Heilbronn. Mika Burk hat in den vergangenen Jahren bei den Special Olympics und sogar den Special Olympics Weltspielen viel erreicht. „Der Sport tut mir gut. Außerdem bin ich stolz auf meine Erfolge bei den Special Olympics Weltspielen. Das fühlt sich gut an, wenn man so was erreicht hat. Bei den Weltspielen in Berlin war es so toll“, erzählt er.

Bei den Sommerspielen tritt Mika Burk regelmäßig in den Disziplinen Leichtathletik, Kugelstoßen und Staffellauf an und bei den Winterspielen im Schneeschuhrennen. Bei den nationalen Spielen qualifizierte er sich mit einer Goldmedaille im Kugelstoßen für die Weltspiele. Dort gewann er dann im 100-Meter-Lauf überraschend die Goldmedaille.

Auch für Fußball begeistert sich der 25-Jährige

„Die Weltspiele in 2023 waren wirklich ein beeindruckendes Erlebnis für uns alle. Es waren viele Sportler mit Eltern aus aller Welt da und wir hatten einen großartigen Austausch. Meine Familie und ich haben uns so für Mika gefreut, und er war unglaublich stolz“, sagt Christina Burk. Es seien immer wieder bereichernde Erfahrungen bei den Special Olympics, die Mika einfach gut täten. „Er weiß, dass er was erreicht hat, und das ist gut für sein Selbstwertgefühl“, sagt seine Mama, die Mika auch ihren Goldjungen nennt.

In den Remstal-Werkstätten der Diakonie Stetten erledigt Mika Burk Verpackungsarbeiten für eine Automobilfirma. „Ich fahre mit dem Bus zur Arbeit“, erzählt Mika, der auch ein begeisterter Fußballfan ist und gerne mit seinen Freunden aus dem Verein 46Plus ins Fußballstadion geht, um sich dort die Spiele des VfB anzuschauen. Daneben hat er seit kurzem eine Freundin, die er ebenfalls im Verein 46Plus kennengelernt hat. „Irgendwann möchte ich auch mal von daheim ausziehen“, sagt Mika Burk.

Seinen Eltern war von Anfang an wichtig, dass ihr Sohn inklusive Angebote wahrnimmt, „aber auch unter Seinesgleichen ist“. So war Mika Burk in der Fröbelschule in Fellbach, die eine Außenklasse in der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule hatte und dadurch inklusive Angebote machen konnte. Ähnlich ist es bei ihm mit seinen Hobbys. „Mika kann seinen Sport bei uns im Turnverein nicht so ausleben, wie beispielsweise beim Verein 46Plus, bei dem er nur mit Menschen mit Behinderungen trainiert. Hier sind es dann ähnliche Leistungsgruppen und die Erfolge darin tun ihm für sein Selbstbewusstsein gut“, sagt Christina Burk.

Die Familie von Mika freut sich über den Erfolg ihres Sohnes

Sie findet, dass beide Seiten von inklusiven Angeboten profitieren und dass es zum Beispiel gerade im Sport noch mehr solcher Möglichkeiten geben sollte. Trotzdem schätzt sie, was der spezielle Verein 46Plus bietet. „Hier können wir Familien mit einem Kind mit Behinderung tolle sportliche Ereignisse miterleben und es kommen hoffentlich noch viele dazu.“

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