Als emanzipierte Agentin in der Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ wurde Diana Rigg bekannt. Sie spielte dann ein sehr spezielles Bond-Girl und brillierte zuletzt in der Fantasy-Serie „Game of Thrones“.

Kultur: Bernd Haasis (ha)

Stuttgart - Emma Peel, die schlagkräftige, scharfzüngige und emanzipierte Kollegin des Gentleman-Agenten John Steed (Patrick Macnee) in der englischen Spionage-Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ wurde 1965 zum Rollenvorbild vieler Frauen – und ihre Darstellerin Diana Rigg gleich mit.

Die in Yorkshire geborene Engländerin wehrte sich erfolgreich dagegen, dass ihre Gage zunächst niedriger war als die des Kameramanns, 1967 zog sie weiter. 1969 spielte sie „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ das bislang einzige Bond-Girl, das den Schwerenöter tatsächlich heiraten durfte. Das Publikum war irritiert, auch wenn Tracy Bond direkt danach erschossen wurde – es mochte auch den Australier George Lazenby nicht, der nach nur einem Einsatz als 007 wieder abtreten musste.

Diana Rigg verkörperte dann neben Vincent Price in der Horrorkomödie „Theater des Grauens“ (1973) Edwina, die Tochter des verkannten Shakespeare-Darstellers Edward Lionheart, der sich an seinen Kritikern rächt. 1982 war sie in der Agatha-Christie-Adaption „Das Böse unter der Sonne“ zu sehen. Ein später Coup gelang ihr mit der Großmutter-Rolle der Lady Oleanna Tyrell in der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ (2011–2019): Mit welchem Genuss und welcher Finesse Diana Rigg die mit allen Wassern gewaschene Intrigantin und Zynikerin schillern lässt, ist schlicht Weltklasse.

An diesem Freitag wird ­ die zur „Dame“ erhobene Schauspielerin 80 – wir gratulieren!

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