Die 2000er Jahre in Stuttgart Stuttgart brezelt sich auf

Auf dem Schlossplatz öffnete 2005 das Kunstmuseum. Foto: Achim Zweygarth 10 Bilder
Auf dem Schlossplatz öffnete 2005 das Kunstmuseum. Foto: Achim Zweygarth

Können Sie sich die City noch ohne das Kunstmuseum vorstellen? Oder ohne die Königsbaupassagen mit ihrer gläsernen Kuppel? Die Stadt hat sich in 2000er Jahren stark verändert – nicht nur baulich: Sie ist lockerer geworden. Eine kleine Übersicht.

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Stuttgart - Fast ein wenig unversöhnlich haben die beiden Schlagwörter nebeneinander ausgesehen: „Autostadt“ und „Kulturmetropole“. In den 2000er Jahren sind sie sichtbar miteinander verschmolzen: Die Autos sind in die Museen eingezogen. Und was war noch? Natürlich der Kunstwürfel auf dem Schlossplatz.

Mercedesmuseum

Zwischen der B 14 und dem Stadion, mit bestem Blick auf das Werksgelände und die Weinberge, hat der Mythos eine neue Heimat bekommen. Im Mai 2006 ist das Mercedesmuseum eröffnet worden – eine spektakuläre Bühne für Rennwagen und Oldtimer, die das Bild Stuttgarts weit über seine Grenzen hinaus prägt. Das Mercedesmuseum hat inzwischen ein Millionenpublikum angezogen. Entstanden ist es auf den Computermonitoren des holländischen UN Studio. Am Ende hat der Neubau von Ben van Berkel rund 150 Millionen Euro gekostet. Was dahintersteckt? Die Marke soll in der silbernen Aluminiumhülle noch mehr glänzen. Mercedes legte mit seinem Museum in Bad Cannstatt vor.

Porschemuseum

Und Porsche legte rund zweieinhalb Jahre später in Zuffenhausen nach. Mehr als 6000Tonnen Stahl verbaute das Unternehmen, um seinen schnittigen Flitzern eine schöne Garage zu geben – und damit fast so viel, wie seinerzeit beim Bau des Eiffelturms benötigt wurde. Auch diesmal war dem Neubau eine wahre Rechenschlacht am PC vorausgegangen. Noch vor wenigen Jahren wäre ein solches Haus gar nicht zu realisieren gewesen, sagte der Architekt Roman Delugan zur Eröffnung.

Kunstmuseum

Doch, klar: Stuttgart hat weit mehr Vorzeigenswertes als Karosserien aller Markenarten und Altersklassen. Im März 2005 wurden viele der bis dahin unsichtbaren Schätze gehoben und den Bürgern im Herzen der Stadt gezeigt. Auf dem Schlossplatz öffnete das Kunstmuseum – und es geschah ein kleines Kunstwunder: Am ersten Tag standen die Menschen in langen Schlangen vor dem Eingang. Inzwischen hat man sich fast daran gewöhnt, dass man mal eben in der City Kunst genießen kann: Otto Dix und Adolf Hölzel, Willi Baumeister und Otto Herbert Hajek ...




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