Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Witzbolde wollen sich von der Corona-Krise nicht die Freude am Aprilscherz nehmen lassen. Wir sammeln die besten und schlechtesten Aktionen.

Stuttgart - Auch und gerade in Zeiten der Corona-Krise haben am Donnerstag einige Aprilscherze für Heiterkeit gesorgt. Unsere Redaktion hat eine kleine Auswahl zusammengestellt.

Aufregung um vermeintliche Umbenennung von VW

Volkswagen ist nach einem missglückten PR-Gag zur vermeintlichen Umbenennung in „Voltswagen“ in den USA um Schadensbegrenzung bemüht. Um den nach dem Dieselskandal ohnehin noch angekratzen Ruf zu retten, entschuldigte sich der Autobauer. Die Tochter „Volkswagen of America“ habe eine nationale Marketingkampagne - „auch mit einem Augenzwinkern“ - entwickelt, um auf die Offensive in der Elektromobilität und den Marktstart des Elektro-SUV ID.4 aufmerksam zu machen, erklärte der Konzern. Volt ist die Maßeinheit für Stromspannung. Positive Rückmeldungen in den sozialen Medien zeigten, dass dieses Ziel auch erreicht worden sei. „Gleichzeitig bedauern wir, sollten wir in der Wahrnehmung Einzelner über das Kampagnenziel hinausgeschossen sein“, erklärte Volkswagen.

Aufregung um angebliche neue Milbenart

April, April: Auch der Naturschutzbund Deutschland führte mit einem Aprilscherz aufs Glatteis. An der Meldung „Neue Milbenart gedeiht in Auspuffen von Autos“ war jedenfalls nichts dran.

Schiff „Evergiven“ steckt laut Tagesschau in Berlin fest

Auch die Tagesschau ließ es sich nicht entgehen, ihre Follower in den Sozialen Medien in den April zu schicken. Auf Twitter und Instagram posteten die Accounts der Nachrichtensendung die Meldung „Erneut festgefahren“: Das Containerschiff „Evergiven“, das tagelang den Suez-Kanal blockierte und dafür viel Spott erntete, stecke nun im Berliner Regierungsviertel fest. Das Bild des Posts zeigt das Schiff in einer Satellitenaufnahme, wie es angeblich vor dem Reichstagsgebäude aufgelaufen ist.

Eine Spitze gegen Verkehrsminister Andreas Scheuer lässt sich die Tagesschau in ihrem offensichtlichen Aprilscherz ebenfalls nicht nehmen. So heißt es sowohl auf Instagram als auch auf Twitter, dass sich Scheuer um die Bergung des Schiffes kümmere.

PETA erklärt Söder zum Veganer

Der Aprilscherz der Tierschutzorganisation PETA geht dagegen auf die Kosten von Markus Söder: Der bayerische Ministerpräsident lebe nun vegan, verkündet die Organisation in einer Pressemitteilung zum ersten April. Der Politiker habe das 30-Tage-Vegan-Starprogramm ausprobiert und sich dazu entschieden, sich weiter rein pflanzlich zu ernähren.

Den Gag ergänzt PETA noch durch ein passendes Foto: Betitelt als „Pflanzenfresser“ ist Markus Söder auf dem gefälschten Kampagnenfoto mit Petersilie im Mund zu erkennen.

Elefanten im Einsatz für die Feuerwehr

Klar, denken Sie vielleicht, die können ja mit ihren Rüsseln den Männern und Frauen an der Spritze helfen! Der Münchner Tierpark Hellabrunn ging am Donnerstag jedoch mit der wesentlich sensationelleren Meldung an die Öffentlichkeit, dass die flüssigen Ausscheidungen der Elefanten künftig zur Abgasnachbehandlung in Feuerwehrfahrzeugen genutzt werden sollen. Forscherinnen und Forscher hätten kürzlich eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Kohlensäurediamid im Urin der Dickhäuter festgestellt. „Diese organische Verbindung mit der Summenformel CH4N2O findet unter anderem in den Dieselfahrzeugen der Münchner Feuerwehr im Rahmen der Abgasnachbehandlung Verwendung“, hieß es weiter. Der Tierpark jubelte über eine Win-win-Situation: Der Zoo spare sich die Kosten für die Entsorgung des Urins, und die Feuerwehr blase mit ihren Fahrzeugen weniger Abgase in die Luft.

Ein Nachfolger für Dieter Bohlen

Bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) ging es zuletzt etwas rumpelig zu. Erst sollte Schlagersänger Michael Wendler in der diesjährigen Staffel in der Jury sitzen, aber RTL verlor ihn an die Verschwörungstheoretiker. Dann musste Thomas Gottschalk für Poptitan Dieter Bohlen einspringen, weil der sich krankmeldete, nachdem RTL verkündet hatte, in künftigen Staffeln ohne ihn auskommen zu wollen. Doch jetzt steht ein würdiger Nachfolger bereit: „Lange musste ich es für mich behalten und endlich darf ich es verkünden. Ich darf ab 2022 die DSDS-Jury übernehmen und eine Jury um mich rum bauen“, verkündete Komiker Chris Tall bei Facebook. Castingshow-Erfahrung hat er immerhin - als Juror bei „Das Supertalent“.

Schutz für sonnenentwöhnte Touristen

Im Dickicht der Anti-Corona-Regelungen kommt für Mallorca-Urlauber nun noch eine Vorsichtsmaßnahme hinzu, wie ein Reisebüro aus Rheinland-Pfalz ankündigte. Seit dem 1. April gelte auf Mallorca eine neue Verordnung, wonach das Betreten der Strände nur noch mit Sonnenhut gestattet sei. „Die aktuell andauernde intensive Sonneneinstrahlung könnte die Gesundheit der nicht mehr urlaubsgewohnten Touristen gefährden“, hieß es zur Erklärung. „Mit Hubschraubern der Guardia Civil wird das Einhalten dieser notwendigen Maßnahme engmaschig kontrolliert!“, wurde ein Strandbeauftragter namens Miguel El Chiste auf der Facebook-Seite des Alltours-Reisecenters Wittlich zitiert.

Verzögerung beim Aufschieben

„Die für das Wintersemester 2021/22 geplante Einführung des neuen internationalen Bachelor-Studiengangs Procrastination Studies an der Universität Jena muss pandemiebedingt leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden“, verkündete die Hochschule auf Facebook. Procrastination - was? Als Prokrastination bezeichnet man gehoben das Aufschieben von anstehenden Aufgaben - schlicht auch „Aufschieberitis“ genannt. Etwas, was vielen Studierenden nur allzu vertraut sein dürfte. Junge Leute dürften also kaum böse wenn, wenn der vermeintliche Studiengangsverantwortliche erklärt: „Wir haben die Einführung dieses Studiengangs schon seit langem geplant und ich habe wirklich gedacht, dass wir es zum kommenden Wintersemester endlich hinbekommen würden.“

Erzbistum künftig „Herzbistum“

Der katholischen Kirche waren in jüngster Zeit nicht immer nur positive Nachrichten beschieden - wie gut, dass nun das Erzbistum Bamberg verkünden konnte, ab April unter dem neuen Namen „Herzbistum Bamberg“ firmieren zu wollen. Damit möchte man die Menschen in der Region zu mehr Nächstenliebe und Miteinander anregen, wie Erzbischof Ludwig Schick mitteilte. Er selbst erhalte ab sofort den neuen Titel „Herzbischof“.