Dragon Days in Stuttgart Das müssen Sie über Horror-Autor H.P. Lovecraft wissen

Von Ingmar Lorenz 

Das Stuttgarter Festival Dragon Days zeigt Fantasyreiche, Höllenträume und Zukunftsvisionen. Am 16. Oktober 2018 geht es los. Auf dem Programm steht auch ein Abend über die böse Welt des Horrorautors H. P. Lovecraft.

Die Dragon Days in Stuttgart widmen sich auch dem Horror H.P. Lovecrafts. Foto: AP
Die Dragon Days in Stuttgart widmen sich auch dem Horror H.P. Lovecrafts. Foto: AP

Stuttgart - Alles Fantastische, alle Zukunftsvisionen, Höllenträume, Fantasyreiche quer durch alle Medien sind der Stoff des Stuttgarter Festivals Dragon Days, das an diesem Dienstag um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek eröffnet wird.

In diesem Jahr setzt sich das crossmediale Fantastik-Event unter anderem mit einem der einflussreichsten und umstrittensten Horrorautoren aller Zeiten auseinander – Howard Phillips Lovecraft. Der eigenbrötlerische Pulp-Autor erschuf mit seinen Geschichten ein Universum voller böser Bücher, sinistrer Städte und wunderlicher Wesen, die noch heute großen Einfluss auf die Popkultur haben. Vorm großen Lovecraft-Abend am 20. Oktober um 19 Uhr im Literaturhaus stellen wir in einem kleinen Lexikon den Autor und seinen Kosmos des Grauens vor.

Äonen

Ein für Lovecrafts Stil typisches Wort, um das hohe Alter der viele Gegenstände, Städte oder Wesen im Fantasy-Universum des Autors zu beschreiben. Alternativ ist so manches Relikt auch „älter als die Menschheit selbst“, oder einfach „uralt“.

Arkham

Eine fiktive Stadt in Neuengland, die in vielen Lovecraft-Geschichten eine bedeutende Rolle spielt. In Arkham befindet sich auch die Miscatonic-Universität, an der so mancher Protagonist der Gruselgeschichten seine Brötchen verdient. Als Vorbild für Arkham diente Lovecraft wahrscheinlich Providence in Rhode Island, wo der Schriftsteller 1890 geboren wurde.

Briefe

Die bevorzugte Variante der Kommunikation des eigenwilligen Autors. Lovecraft schrieb Schätzungen zufolge nahezu 100 000 Briefe, war dadurch bestens vernetzt und stets auf dem Laufenden, obwohl er seine Heimat Neuengland – oder auch nur die eigenen vier Wände – nur sehr ungern verlies.

Cthulhu

Eines der von Lovecraft erdachten Götterwesen. Lovecraft beschrieb Cthulhu als eine Mischung aus Drache und Tintenfisch. Der geflügelte Schurke hat seinen großen Auftritt in einer der beliebtesten Lovecraft-Geschichten: Der Ruf des Cthulhu. Auch Eingang in die Pop-Kultur hat Lovecrafts Schöpfung gefunden, etwa im Jahr 2010 in der Serie „South Park“.

Gewalt

Beschreibungen von Gewalt kommen in Lovecrafts Geschichten eher selten vor. Der Horrorautor verstand es, auf ganz andere Weise zu schockieren. Häufig deutet er die gruseligen Begebenheiten nur an, die sich der Leser dann selbst drastisch ausmalt. Um diese Wirkung noch zu verstärken, kommen viele Geschichten als verlorene Aufzeichnungen oder Berichte daher.

Große Alte

Die von Lovecraft erdachten Götterwesen, denen der Schriftsteller schier unaussprechliche Namen gab. Protagonisten der Lovecraft-Geschichten stoßen meist durch Zufall auf die Existenz der furchterregenden Wesen, beispielsweise während eines Streifzugs durch „äonenalte“ Ruinen.

Necronomicon

Das böse Buch schlechthin im Lovecraft-Universum. Das fiktive Werk von Abdul Alhazred, den Lovecraft stets mit dem Zusatz „der verrückte Araber“ versah, hat wie der Monstergott Cthulhu Eingang in die Pop-Kultur gefunden. Nicht nur im Film „Tanz der Teufel“, sondern auch in der Serie „Die Simpsons“ ist Lovecrafts düsteres Werk zu sehen.

Rassismus

Ab 1975 zierten Lovecrafts markante Gesichtszüge die Trophäe des World Fantasy Awards. 2015 wurde das Design der Statue verändert. Hintergrund waren die rassistischen, anti-semitischen und frauenverachtenden Ansichten des Schriftstellers, die vor allem in seinen Briefen deutlich zum Ausdruck kommen. 2011 rückte das Thema ins öffentliche Interesse, da es Petitionen mehrerer Schriftsteller gab, das Design der Figur zu ändern. Seitdem läuft besonders in den USA die Debatte, inwieweit das literarisches Werk Lovecrafts von seiner Person getrennt werden darf.

Werke

Vor allem für seine Kurzgeschichten und Briefe ist Lovecraft berühmt. Daneben schrieb er aber auch zahlreiche Essays, in denen er sich verschiedenen wissenschaftlichen Themen zuwandte. Auch Poesie brachte er zu Papier, allerdings mit eher bescheidenem Erfolg.

Zyklopisch

Eines der von Lovecraft so geliebten Adjektive, mit denen er seine Geschichten inflationär ausschmückte. „Namenlos“ oder „blasphemisch“ fallen ebenfalls in diese Kategorie. Dabei zählte die Wirkung der Wendungen mehr, als ihr Sinn. So konnte Lovecraft beispielsweise mühelos von einer „unheiligen Blasphemie“ schreiben.