Die ehemalige Deponie Erbachtal in Waiblingen wird teilweise zugänglich Freizeitspaß auf der Müllhalde

Von Annette Clauß 

Die älteste Deponie in Baden-Württemberg – die Deponie Erbachtal in Waiblingen – wird im Sommer teilweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zwei Drittel des 13 Hektar großen Areals bleiben aber vorerst gesperrt, weil immer noch Deponiegas austritt.

Ein Drittel des 13 Hektar großen Areals wird im Sommer geöffnet. Foto: Stadt WN
Ein Drittel des 13 Hektar großen Areals wird im Sommer geöffnet. Foto: Stadt WN

Waiblingen - Wenn ein Projekt im Planungsausschuss auf der Tagesordnung steht, dann bedeutet das meist, dass es in der Stadt in Zukunft eine freie Grünfläche weniger geben wird. Genau das Gegenteil hat Michael Seeger, der den Fachbereich Städtische Infrastruktur bei der Stadtverwaltung Waiblingen leitet, kürzlich in der Sitzung des Ausschusses für Planung bekannt gegeben: Waiblingen gewinnt eine freie Fläche hinzu – die ehemalige, rund 13 Hektar große Mülldeponie Erbachtal zwischen den Ortschaften Hohenacker und Neustadt. Von diesem Sommer an können die Bürger dort, wo die Landeshauptstadt Stuttgart jahrelang ihren Abfall abgeladen hat (siehe „Die älteste Deponie des Landes“), spazieren gehen, picknicken oder Drachen steigen lassen.

An manchen Stellen tritt noch Deponiegas aus

Nach „langem Ringen mit der Stadt Stuttgart“, in deren Besitz die Deponie noch ist, werde bald zumindest ein Teil der ehemaligen Müllhalde für die Öffentlichkeit freigegeben, erklärte Seeger. Allerdings zunächst nur etwa ein Drittel der gesamten Fläche, denn an manchen Stellen tritt noch Deponiegas aus. Das Gas besteht laut dem Regierungspräsidium Stuttgart aus 60 Prozent Methan und 40 Prozent Kohlendioxid. Es entstehe „beim bakteriellen Abbau der organischen Substanz des abgelagerten Mülls im anaeroben Milieu.“ Ein normaler Vorgang also – allerdings tritt auf der Deponie an manchen Stellen offenbar noch verhältnismäßig viel Methangas aus – und das, obwohl es fast 30 Jahre her ist, dass Rohmüll in größerer Menge abgelagert wurde.

Eine Solaranlage wäre trotz Gasaustritt möglich

Die Stellen, an denen aus dem einstigen Abfallhaufen noch Gas entweicht, sind für Besucher aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres Tabu. Aus diesem Grund sei man bei den Stadtwerken Stuttgart auf die Idee gekommen, einen Teil der Deponiefläche als Standort für eine Solaranlage zu nutzen, sagt Michael Maxelon, einer der Stadtwerke-Geschäftsführer. „Die Bereiche, an denen Gas austritt, sind vorerst für Freizeitaktivitäten wie einen Kinderspielplatz oder eine Grillstelle nicht geeignet“, sagt Maxelon, „so kam die Idee zu einer Fotovoltaikanlage auf. Denn der Gasaustritt stört die Anlage nicht und umgekehrt“.

Doch als die Idee im Frühjahr vergangenen Jahres bekannt wurde, hatte sie in Waiblingen, insbesondere bei den Anwohnern der Deponie, nicht gerade für Begeisterung gesorgt. Ob auf dem Areal eine Anlage gebaut werde oder nicht, ist nach Michael Maxelons Aussage eine Frage, welche die Stadt Waiblingen für sich klären müsse. „Wenn Waiblingen Interesse an einer Fotovoltaikanlage hat und das vorantreibt, sind wir sehr interessiert. Aber wir sind nicht die treibende Kraft.“