Die Folge von Spionage Frostige Zeiten zwischen Russland und der Nato

Außenminister Lawrow sagt, die Nato sei zu konfrontativ. Foto: picture alliance/dpa/Jussi Nukari
Außenminister Lawrow sagt, die Nato sei zu konfrontativ. Foto: picture alliance/dpa/Jussi Nukari

Russland kappt nach dem Rauswurf von acht Mitarbeitern seiner Vertretung bei der Nato die Verbindungen zu dem Militärbündnis. Die Folge ist eine bedenkliche Sprachlosigkeit.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)
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Moskau - Jetzt herrscht Funkstille zwischen der Nato und Russland. Am Montag hat der Kreml offiziell seine Verbindungen zur Nato gekappt und allen Mitarbeitern des westlichen Bündnisses in Moskau ihre Akkreditierung entzogen. Gleichzeitig stellte auch die russische Vertretung beim Brüsseler Nato-Hauptquartier am 1. November ihre Arbeit ein. Damit aber keine Sprachlosigkeit zwischen den beiden Seiten herrsche, sagte Außenminister Sergej Lawrow, könne die Nato „in Notfällen“ über die russische Botschaft in Brüssel mit Russland kommunizieren. In den Augen des russischen Diplomaten ist eindeutig geklärt, wer die Schuld an dieser Eskalation trägt. Die Nato sei „nicht an einem Dialog und einer Arbeit auf Augenhöhe interessiert“, erklärte Lawrow schon vor einigen Tagen, als er den Rauswurf der Nato-Mitarbeiter ankündigte.

Hinweise auf eine Spionagetätigkeit

Als Beweis für diese Aussage erwähnte der Außenminister, das westliche Bündnis habe schließlich Mitte Oktober acht russischen Diplomaten die Akkreditierung entzogen. Dass der Nato Beweise vorliegen, dass besagte Männer als Mitglieder der russischen Nato-Vertretung auch für Geheimdienste gearbeitet haben sollen, verweist er ins Reich der Mythen. Aus Nato-Kreisen heißt es allerdings, die Hinweise auf eine Spionagetätigkeit seien erdrückend.

Noch nie seit dem Ende des Kalten Krieges stand es so schlecht um die Beziehungen zwischen Russland und den Nato-Staaten. Seit der Annexion der Krimhalbinsel durch Russland im Jahr 2014 hat sich allerdings eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Die westlichen Staaten haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Sanktionen gegen Moskau verhängt – unter anderem wegen der Unterstützung prorussischer Separatisten in der Ostukraine, angeblicher Wahlmanipulationen, Cyberangriffen und der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny.

Die Nato sucht weiter den Dialog

Moskau wiederum wirft dem Westen vor, sich in die russischen Wahlen einzumischen und kremlfeindliche Kräfte in Ländern wie der Ukraine und Georgien zu unterstützen, die Russland als Teil seiner traditionellen Einflusssphäre betrachtet. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte beim Ver­teidigungsministertreffen Ende Oktober in Brüssel, dass das Bündnis versuchen werde, den Dialog mit Russland zu verstärken.




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