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Die Heydays aus Stuttgart Mehr Krawall als Schmutzki

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An der Stuttgarter Band Die Heydays sind vier Dinge sympathisch. Und ihr frisch erschienenes Album ist bei dieser Aufzählung noch nicht einmal dabei. Nur soviel: Die Platte beginnt mit einem Song, den sich Schmutzki mal anhören sollten.

Sixties-Referenzen und ein Album-Opener, der nach Schmutzki klingt: Die Heydays haben eine Scheibe raus und feiern sie gleich mit mehreren Releasekonzerten. Foto: Promo
Sixties-Referenzen und ein Album-Opener, der nach Schmutzki klingt: Die Heydays haben eine Scheibe raus und feiern sie gleich mit mehreren Releasekonzerten. Foto: Promo

Stuttgart - An der Stuttgarter Band Die Heydays sind vier Dinge sympathisch. Erstens: Sie schreiben „Die“ statt „The“, obwohl sie eine astreine Indie-Band sind.

Zweitens: Ihr Album „Wir sind die Heydays“ haben sie in Korenov in Tschechien aufgenommen.

Drittens: Der Grund dafür. Zitat: „In Korenov wohnen nicht viele Leute und im Sommer sind fast keine Touristen da. Deshalb kann man dort wunderbar ohne Ablenkung sehr laute Musik machen. Und das tschechische Bier ist auch nicht schlecht.“

Viertens: Sie machen einfach alle ihre fünf Konzerte diesen Herbst zu Release-Konzerten. Das erste davon fand im diesbezüglich bisher unauffälligen, aber generell empfehlenswerten Café Babel unweit des Olgaecks statt.

Und dann natürlich die Musik: „Indie-Rock vom Feinsten“ wird da versprochen, alte Schule zudem, auch wenn der letzte Indie-Trend vor ungefähr zehn Jahren anfgefangen und seither nicht aufgehört hat. Wollen wir hoffen, dass Indie nie retro sein wird!

Eindeutige Sixties-Referenz

Bei ihrem ersten Releasekonzert sind die vier Stuttgarter einheitlich in Anzughose, weißem Hemd und mit Krawatte aufgetreten – eindeutige Sixties-Referenz! Ansonsten ist sortenreine, aber keineswegs langweilige Indie-Musik geboten. Den Opener „Wir sind die Heydays“ sollten sich Schmutzki mal anhören, das klingt nämlich ziemlich nach denen (und sogar noch ein bisschen krawalliger). Ansonsten gibt’s was zu Sommerferien (logisch zwingend mit Lagerfeuer-Sound) und wahlweise geht’s Richtung Punk-Songwriting, Power Pop oder Hamburger Schule mit Gitarrenakkorden, die alles Weitere offen lassen.

13 ziemlich textlastige Songs sind geboten, die angenehm unaufgeregt vorgetragen werden. Die Platte könnte sich stilistisch ein bisschen mehr festlegen; die gebotene musikalische Spannbreite ist doch ziemlich groß. Anhänger der vor Ort gemachten Indie-Musik sollten sich das trotzdem mal anhören, nach den Auftritten im Café Babel und im Danziger Stüble steht für den 25. Oktober noch ein Gig in der Esslinger S*Cobar auf dem Programm.

Und es gibt noch einen fünften Grund, Die Heydays sympathisch zu finden: Sie lehnen die Künstlerabzockflatrate Spotify ab. Streamen kann man ihre Musik ja trotzdem: via Bandcamp.

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