„Die Paldauer“ in Leonberg Mitten ins Herz getroffen

Von Doris A. Caumanns 

„Die Paldauer“ bringen ihr Publikum in der Stadthalle in Fahrt und ernennen es zum „gemischten Chor“.

Charmant wie eh und je: „Die Paldauer“ kommen beim meist weiblichen Publikum immer noch super an. Foto: factum/Bach
Charmant wie eh und je: „Die Paldauer“ kommen beim meist weiblichen Publikum immer noch super an. Foto: factum/Bach

Leonberg - Groß ist der Andrang in der Stadthalle beim Auftritt der erfolgreichen österreichischen Schlagerband „Die Paldauer“.Viele Besucher kennen die Musik „von der Skihütte“, da laufen die Ohrwürmer den ganzen Tag, andere haben CDs, waren sogar schon auf Fan- und Musikreise mit ihren Lieblingen oder wollen einfach einen entspannten Abend genießen.

Und alle Besucher kommen auf ihre Kosten: Das Programm der sechs Herren ganz in Weiß bietet nicht nur die bekannten und beliebten Schlager der Gruppe aus der Steiermark, sondern auch ganz neue Titel ihres aktuellen Albums „3000 Jahre“ und außerdem virtuose Instrumentalstücke.

Und dann legen sie los: Franz Griesbacher, Erwin Pfundner, Didi Ganshofer, Renato Wohllaib, Tony Hofer und Harry Muster kommen ihrem Publikum „hautnah“, wie der Titel ihres Konzerts lautet. „Du bist die Sonne meines Lebens“, „Plötzlich war’s Liebe“ – und „Es macht im Herzen bumm!“ Franz, der mit charmantem österreichischem Akzent durch den Abend führt und auch am Schlagzeug zu bewundern ist, verrät, dass er manchmal vor dem Auftritt durch den Vorhang spickt, da sieht er strahlende Frauen und daneben Männer, die „zwangsverpflichtet“ worden sind. Aber er vermutet: „Die freuen sich nach innen...“

Die komplette Beziehungskiste

„Die Paldauer“ deklinieren sämtliche Konstellationen der modernen Beziehungskiste durch: von der ersten Liebe („Als du noch mein Geheimnis warst“) über „Noch einmal mit Gefühl“ bis zur Enttäuschung: „Wenn du ihn liebst, dann geh’ doch!“ Aber es folgt das trotzige Bekenntnis: „Ich lieb’ dich immer noch!“

Harry holt seine Piccolo-Bachtrompete und legt ein Solo hin, dass das Publikum nur so staunt. Und Franz erzählt die amüsante Geschichte von einem Ehepaar, das in die Südsee fuhr. Da die Frau erst einen Tag später nachkommen kann, sendet der Ehemann ihr eine E-Mail, die versehentlich bei einer Witwe landet, deren Mann soeben zu Grabe getragen worden ist. Ohnmächtig sinkt sie hin, denn der Text lautet: „An meine zurückgebliebene Frau: Ich bin gut angekommen, und es ist alles für deine Ankunft vorbereitet. PS. Es ist extrem heiß hier herunten.“

Erwin bietet ein fetziges Saxofon-Solo und spielt auch mit Harry an der Trompete im Duo. „Die Paldauer“ geben mal wieder so richtig Gas, zielen mitten ins Herz ihres Publikums - und treffen. Das Publikum steht auf, klatscht, singt - und es gibt sogar Tänzer, die einen flotten Disco-Fox aufs Stadthallenparkett legen.

In der Pause wird die Band von (überwiegend weiblichen) Fans umlagert, Autogramme, Fotos und CDs werden ergattert.

Corina brachte den Durchbruch

Angefangen hat alles mit einer Band aus Schulkameraden und Nachbarjungs in Paldau – vor jetzt 50 Jahren. Der Durchbruch kam dann mit „Tanz mit mir, Corina“ – und seither ging’s mit der Formation steil aufwärts wie in den österreichischen Alpen. Inzwischen trägt sogar eine Dahlie ihren Namen, und Franz ist stolz: „Alles ohne Skandale und ohne dass sich einer geoutet hat!“

Nach der Pause bearbeitet Tony sein Xylofon in rasantem Tempo, dass die Schlägel nur so flitzen, Didi singt mit viel Schmelz „O sole mio“ und Renato hat im charmanten Vorarlberger Dialekt „Hoamweh - nach de Berge, nach em See, nach dir!“ Bei „Der erste Tag nach der Ewigkeit“ wird das Publikum kurzerhand zum „gemischten Chor Leonberg“ ernannt, und auch beim Dauerbrenner „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ singen alle textsicher und mit viel Gefühl mit.

Das begeisterte Publikum kann gar nicht genug bekommen, mit den „Paldauern“ macht’s einfach Spaß, und so folgt ein mitreißendes „Schaff’ mir die Hölle nicht auf Erden“ und als „Rausschmeißer“ noch mal „3000 Jahre“ und mit den Händen über dem Kopf klatschend und singend feiert das Publikum seine Stars. „Und jetzt alle zusammen: Oh - Ho- Ho- Ho!“