Die Top 100 der Welt Apple ist Spitzenreiter

Der US-Computerkonzern  ist das wertvollste Unternehmen weltweit. Foto: CHINATOPIX
Der US-Computerkonzern ist das wertvollste Unternehmen weltweit. Foto: CHINATOPIX

Die Schuldenkrise in Europa hat das Interesse der Anleger noch stärker auf die großen US-Unternehmen gelenkt. Der Computerriese Apple überholt den Energiekonzern Exxon. Deutsche Großunternehmen fallen dagegen zurück.

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Stuttgart - Die anhaltende Schuldenkrise in Europa hat das Interesse der Anleger noch stärker auf die großen US-Unternehmen gelenkt. Gemessen am Marktwert, also dem Börsenkurs multipliziert mit der Zahl der Aktien, landen europäische Konzerne inzwischen nur noch auf den hinteren Rängen, während die Amerikaner ihre Führung ausbauen, wie die ­Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young festgestellt hat.

Während vor der Krise 2007 nur 32 US-Unternehmen zu den wertvollsten Börsenwerten der Welt zählten, waren es Mitte 2012 immerhin 43 – und damit sogar noch drei mehr als zu Jahresbeginn. Dafür rutschen vier europäische Konzerne aus der Liste der Top 100, die Ernst & Young regelmäßig jedes halbe Jahre ermittelt. Nur noch 32 Unternehmen aus Europa finden sich in der Börsenelite, darunter die vier deutschen Konzerne Siemens, SAP, Volkswagen und BASF.

Allerdings rangieren die deutschen Unternehmen auf den hinteren Rängen, am besten schneidet noch Siemens auf dem 71. Platz ab, BASF hat es mit Platz 97 gerade noch geschafft. Die sinkende Bedeutung Europas in dem nach US-Dollar erstellten Ranking sei jedoch nur zum Teil auf den ­schwachen Euro zurückzuführen, sagte Ernst-&-Young-Partner Thomas Harms. Hauptursache sei vielmehr die Schuldenkrise in Europa und die daraus resultierenden Unsicherheiten über die Entwicklung der Staatengemeinschaft. „Die Schuldenkrise schwebt derzeit wie ein Damoklesschwert über Europa.“ Sollte es den Regierungen nicht gelingen, die Probleme zu lösen, drohe den europäischen Unternehmen ein verlorenes Jahrzehnt, befürchtet der Ernst-&-Young-Partner. Die Verunsicherung über die weitere Entwicklung in Europa sei groß, sowohl bei den Anlegern als auch in den Unternehmen selbst.

Innovationskraft ist die große Stärke der US-Wirtschaft

Neuer Spitzenreiter in der Anlegergunst ist der Computerriese Apple, der in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres den Energiekonzern Exxon überholte. Ende Juni war Apple 546 Milliarden US-Dollar wert (etwa 434 Milliarden Euro). Exxon lag mit rund 400 Milliarden Dollar deutlich dahinter. Chinas Ölkonzern Petrochina erreichte mit einem Börsenwert von 258 Milliarden Dollar den dritten Platz. Auf den Plätzen dahinter folgen der Softwaregigant Microsoft und der Einzelhandelskonzern Walmart – wieder zwei amerikanische Konzerne. Der deutsche Spitzenreiter Siemens kam auf etwa 77 Milliarden Dollar. Nach seiner Feuertaufe auf dem Handelsparkett rangiert der Internetkonzern Facebook (Rang 75) in Sichtweite hinter Siemens. Unter den zehn Bestplatzierten ­findet sich mit dem niederländischen Öl­konzern Royal Dutch Shell nur ein Vertreter aus Europa. „Die US-Wirtschaft hat sich in diesem Jahr relativ gut entwickelt, und immer wieder schaffen es die USA, Unternehmen hervorzubringen, die sich binnen relativ kurzer Zeit in die Weltspitze hocharbeiten. Diese Innovationskraft ist die große Stärke der amerikanischen Wirtschaft, die sich auch im Ranking widerspiegelt“, erklärte Harms die Stärke der US-Unternehmen. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass in den USA die Aktienkultur deutlich ausgeprägter ist als in Europa und die Bewertungen dadurch durchweg höher ausfallen.

Doch auch mit Blick auf die Top 300 lassen die USA nicht nach. Sie stellen 114 Plätze – vor anderthalb Jahren waren es noch 98 gewesen. Wird der Kontinent Nordamerika zusammengefasst, kommt er bei steigender Tendenz auf 129 Platzierungen. Europa (inklusive Russland) erreicht in den Top 300 dagegen nicht einmal ein Drittel und sichert sich nur 90 Platzierungen – acht weniger als Ende 2010. Die Währungsgemeinschaft der Eurozone stellt in den Top 300 nur noch 41 Unternehmen. Vor anderthalb Jahren waren es noch 48 gewesen. Seit Ende 2010 verbesserte sich unter den Euroländern lediglich Irland, Deutschland konnte die Stellung halten.

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