Die Väter-Typen der Tierwelt Der Mütterliche: Seepferdchen

Von Kerstin Viering 

Bei den Seepferdchen bringt der Mann das Kleine zur Welt. Foto: dpa

Wer sagt eigentlich, dass Kinderkriegen Frauensache sein muss? Seepferdchen würden das wahrscheinlich für ein ziemlich absurdes Klischee halten. Denn diese exzentrischen Fische führen nicht nur eine ungewöhnlich enge Paarbeziehung, die erst mit dem Tod eines Partners endet. Sie haben auch die klassischen Geschlechterrollen getauscht und überlassen dem Vater das Gebären des Nachwuchses.

Das Projekt Jungenaufzucht beginnt mit einem Paarungstanz, an dessen Ende die werdenden Eltern Bauch an Bauch im Wasser schwimmen. Dabei übergibt das Weibchen eine Schnur aus Eiern an seinen Partner, der sie in seiner Bauchtasche verstaut und dort befruchtet. Die kleinen Seepferdchen sind in dieser Tasche vor Gefahren geschützt und werden mit allem versorgt, was sie zum Wachsen brauchen. Sie schwimmen in einer Flüssigkeit, die mit der Zeit dem Meerwasser immer ähnlicher wird. Erst wenn sie weit genug entwickelt sind, wirft sie der Vater aus dieser behaglichen Kinderstube hinaus. Von da an sind sie auf sich selbst gestellt.

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