Die Väter-Typen der Tierwelt Der Desinteressierte: Afrikanischer Elefant

Von Kerstin Viering 

Elefantenbullen kümmern sich nicht um den Nachwuchs. Foto: dpa

Die Savanne ist voller Casanovas. Da braucht eine Elefantenkuh nur mit einem speziellen Ruf ihre Paarungsbereitschaft zu signalisieren – schon eilen aus Kilometern Entfernung interessierte Bullen herbei. Der magnetische Lockruf des anderen Geschlechts wirkt allerdings höchstens ein paar Tage. Denn fürs Familienleben haben männliche Elefanten wenig Sinn. Dabei brauchen die kleinen Dickhäuter enorm viel Fürsorge und eine jahrelange Ausbildung, bis sie allein zurechtkommen. Diese Aufgabe aber bleibt allein den Müttern und deren Gefährtinnen überlassen. Die Bullen tauchen nur zur Paarung bei der Herde auf und gehen anschließend wieder ihrer Wege. Ihren Alltag verbringen manche als Einzelgänger, andere schließen sich zu lockeren Junggesellengruppen zusammen. Hauptsache kein Familienstress!

Nach dieser Devise scheinen auch die Männchen vieler anderer Arten zu handeln. Gerade unter Säugetieren sind passionierte Väter eher die Ausnahme als die Regel. Während sich zum Beispiel etwa 90 Prozent aller Vogelmännchen in irgendeiner Form um ihren Nachwuchs kümmern, liegt die Quote in Säugetierkreisen nur bei fünf bis zehn Prozent.

Der Adoptivvater: Schimpanse